16.05.2018 13:12
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fenaco
«Erfolgsbeteiligung ist zusätzlich»
Martin Keller, Chef der Fenaco, äussert sich im Interview mit schweizerbauer.ch, zur Erfolgsbeteiligung und zu den Preisen der Vorleistungen.

Die Fenaco hat 2017 das beste Ergebnis seit der Gründung realisiert. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuer (EBIT) stieg um 4 Prozent auf 129 Millionen Franken. Das Unternehmensergebnis (Gewinn) erhöhte sich um 2 Millionen auf 99 Millionen Franken. Bei dieser Zahl ist die Erfolgsbeteiligung bereits in Abzug gerbacht. Der Gewinn vor Auzahlung dieser Beteiligung liegt bei 105 Millionen.

Fenaco-Chef Martin Keller führt das gute Ergebnis auf die Wetterverhältnisse, das Vertrauen der Kunden in die Unternehmen des Konzerns sowie auf das Vertrauen der Bauern zurück. Zum 25-jährigen Jubiläum will die Fenaco nun auch die Bauern am guten Ergebnis teilhaben lassen, wie Keller in einem Videointerview zu schweizerbauer.ch sagt.

«Die Bauern sind Teil dieses Erfolges. Wir wollen sie deshalb auch daran beteiligen», so Keller. Die Erfolgsbeteiligung erhalten aktive Bauern. Diese müssen sich bis Ende Juli registrieren. Dies können sie online erledigen oder auf ihrer Landi. Die Rückvergütung erfolgt über das Kontokorrent-Konto, auch aus steuerlichen Gründen. Die Erfolgsbeteiligung variiert zwischen 200 und 1000 Franken.

«Wir haben Rückstellungen von 6 Millionen Franken getätigt. Je nach dem, wie viele Bauern mitmachen, werden wir sehen, wie hoch der Betrag wirklich ausfallen wird», fährt Keller fort. Es sei etwas ganz Neue. «Wir müssen zuerst Erfahrungen sammeln», so der Konzern-Chef.

Aber weshalb hat die Fenaco nicht schon in den Jahren zuvor eine solche Beteiligung ausgerichtet. «Wir müssen zuerst die wirtschaftlichen Ziele erreichen wie beispielsweise eine Eigenkapitalbasis von 50 Prozent. Diese Vorgabe der Fenaco Verwaltung haben wir im vergangenen Jahr erreicht», hebt Keller hervor. Zweitens sei 2018 das 25-Jahre-Jubiläum. Drittens gäbe es bereits viele Instrumente, die Mitgliedernutzen für die Schweizer Bauern stiften.

«Der Hauptaufgabenbereich von uns ist im Vorleistungsbereich bei Dünger und Futtermitteln Kosten zu senken im nachgelagerten Bereich faire Preise zu zahlen. Die Erfolgsbeteiligung ist wie das Tüpfli auf dem i», so Keller.

Gibt es jedes Jahr eine solche Ausschüttung? «Die diesjährige Beteiligung erfolgt zum 25-Jahre-Jubiläum. Ob es in den kommenden Jahren zu einer Wiederholung kommt, hängt auch von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Sollte den Bauern die Beteiligung gefallen und freuen sie sich über den Erfolg der Fenaco, ist es denkbar, jedes Jahr eine Erfolgsbeteiligung auszuschütten», erklärt Martin Keller. 

Würde es den Bauern nicht mehr bringe, wenn Vorleistungen wie Dünger oder Futtermittel günstiger würden? «Es ist nicht entweder oder, sondern und. Wir sind Jahren daran, die Preise bei den Vorleistungen zu senken. Das zeigen übrigens sämtliche Statistiken. In den vergangenen 5 bis 6 Jahren haben wir die Preise bei Futtermitteln, Dünger, Pflanzenschutzmitteln massiv gesenkt. Dies auch dank internationalen Aktivitäten», so Keller. Die Fenaco ist im Düngerbereich seit Jahren international tätig. Erst vor wenigen Wochen gab sich zudem den Kauf eines international tätigen Getreidehändlers bekannt. 

«Die Erfolgsbeteiligung ist etwas Zusätzliches. Die positive Entwicklung bei der Fenaco war in den vergangenen Jahren vor allem durch den Detailhandel und der Division Energie getrieben. Hier können wir nicht direkt bäuerlichen Mitgliedernutzen generieren», so Keller.

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