24.07.2020 09:00
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Europa
EU erwartet etwas tiefere Rübenernte
Die Europäische Kommission geht in ihrem aktuellen kurzfristigen Ausblick davon aus, dass die Zuckerrübenmenge 2020 in der EU-27 fast das Vorjahresniveau erreichen könnte. Demnach dürfte die Menge heuer bei 110,3 Millionen Tonnen liegen, was um 1,4 Millionen Tonnen oder 1,2% weniger als im Jahr 2019 wären.

Die durchschnittliche Erzeugung der vergangenen fünf Jahre würde demnach um 0,2% übertroffen, berichtet agrarzeitung.de. Dieser Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass die Landwirte das Rübenareal für die kommende Ernte im Vorjahresvergleich um fast 2% auf 1,5 Mio. ha eingeschränkt haben. Der durchschnittliche Rübenertrag in der Gemeinschaft soll um 0,8% auf 73,4 t pro ha steigen.

Für Frankreich - den grössten Zuckerrübenerzeuger der Gemeinschaft - erwartet die EU-Kommission eine Ernte 2020 von fast 36 Mio. t; das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 3,2%. In Deutschland, der Nummer zwei unter den EU-Produzenten, dürfte das Rübenaufkommen um 2,2% auf 29,1 Mio. t zurückgehen. Dagegen wird die Zuckerrübenproduktion in Polen, das hier auf dem dritten Platz rangiert, in diesem Jahr voraussichtlich um 4,2% auf 14,3 Mio. t steigen. Ein deutlicher Zuwachs wird auch für die viertplatzierten Niederlande erwartet, nämlich um 7,6% auf 7,0 Mio. t Zuckerrüben.

Wie die EU-Kommission mit Blick auf den Zuckermarkt der EU-28 in der noch bis September laufenden Vermarktungssaison 2019/20 ausführt, ist mit einem Verbrauch von 18,2 Mio. t zu rechnen; das wäre im Vergleich zu 2018/19 ein Rückgang um 300.000 t oder 1,6%. Begründet wird dies vor allem mit den Massnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19. Im Einzelnen sollen 16,7 Mio. t Zucker auf die menschliche Ernährung entfallen, nach 16,9 Mio. t im Vorjahr. Ausserdem dürfte der industrielle Bedarf um 100.000 t Zucker auf 1,5 Mio. t zurückgehen, wovon 700.000 t für die Bioethanolerzeugung eingesetzt werden dürften. In der vergangenen Saison hatte die Biokraftstoffindustrie noch 100.000 t Zucker mehr benötigt.

Im Aussenhandel der EU-28 mit Zucker zeichnet sich laut den Brüsseler Fachleuten für 2019/20 eine gegenläufige Entwicklung bei den Ein- und Ausfuhren ab. So dürften die betreffenden Exporte im Vorjahresvergleich um 600.000 t auf 1 Mio. t sinken, während die Importe gleichzeitig voraussichtlich um 100.000 t auf 2 Mio. t steigen werden.


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