22.05.2013 15:32
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/awp/Reuters
Devisen
Euro-Franken-Kurs steigt auf Zweijahres-Hoch
Der Euro hat sich zum Franken aufgewertet wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Möglichkeit von «Strafzinsen» auf Guthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) verdirbt den Anlegern im Moment etwas die Freude an der Schweizer Währung.

Der Euro stieg am Mittwoch bis auf 1,2614 Franken und erreichte den höchsten Stand seit dem 20. Mai 2011. In Bewegung setzte den Kurs eine Rede von SNB-Präsident Thomas Jordan. 

SNB schliesst weitere Massnahmen nicht aus

Jordan sagte in Frankfurt, die SNB schliesse eine Änderung ihres seit 2011 geltenden Mindestkursziels für den Euro-Wechselkurs zum Franken nicht aus. «Eine Anpassung des Mindestkurses gehört genauso wie negative Zinsen zu den grundsätzlichen Möglichkeiten, wenn das notwendig ist», sagte Jordan. Derzeit seien dies aber keine Optionen. 

Der Markt war bereits verunsichert, weil aus dem Internationalen Währungsfonds Empfehlungen an die Schweiz gekommen waren, Negativzinsen auf die bei der SNB geparkte Gelder von Banken zu erheben. Diese Überschuss-Liquidität der Banken würde dann mit «Strafzinsen» belegt. 

Der IWF hält Negativzinsen für ein probates Mittel, einem möglichen erneuten Aufwertungsdruck auf den Franken zu begegnen. Die Überschussliquidität, die sogenannten Girogutgaben, belief sich zuletzt auf 278 Mrd. Franken. Gesetzlich vorgeschrieben sind gut 13 Milliarden Franken. 

Nach Ansicht der Devisen-Experten der Credit Suisse ist der Franken gegenüber dem Euro weiterhin überbewertet und die Experten erwarten einen Anstieg in Richtung 1,28 Franken. 

Euro auch zum Dollar stärker 

Der Euro hat am Mittwoch vor einer Rede von US-Notenbankchef Bernanke auch gegenüber dem Dollar zugelegt. Am Mittwoch lag der Höchststand der Gemeinschaftswährung bei 1,2998 Dollar. Beobachter erhoffen sich Hinweise auf den mittelfristigen Kurs der Federal Reserve. 

Angesichts einer stabileren amerikanischen Wirtschaft halten es Beobachter für möglich, dass die Fed ihre milliardenschweren Anleihekäufe noch in diesem Jahr zurückfahren könnte. Allerdings hatte die Fed unlängst zu verstehen gegeben, dass auch eine Ausweitung nicht vom Tisch ist.

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