14.10.2020 10:01
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Kartoffeln
Europäischer Kartoffelmarkt unter Druck
Die Erntemengen in Europa nehmen 2020 im Vergleich zu den Vorjahren zwar nur leicht zu. Wegen der Corona-Pandemie fällt die Nachfrage aber schwächer aus. Deshalb streben Produzentenverbände eine Flächenreduktion an.

Die Gesamternte an Konsumkartoffeln wird 2020 in den fünf wichtigsten europäischen Produzentenländern (Deutschland, Frankreich, Niederlande, Belgien und Großbritannien) auf 27,9 Mio. t geschätzt, im Vorjahr waren es 27,1 Mio. t.

Die Erträge dürften auf dem Durchschnittsniveau der letzten fünf Jahre liegen. Da die Anbaufläche aber im Vergleich zum Vorjahr um 0,7% ausgedehnt wurde, fällt die Menge heuer etwas höher aus. Dies geht aus der jüngsten Prognose der Vereinigung der nordwesteuropäischen Kartoffelanbauer (NEPG) hervor. 

Die prognostizierten Erträge in den grossen europäischen Erzeugerländern wären zu normalen Zeiten gerade bedarfsdeckend. In der Saison 2020/21 dürfte jedoch das Angebot die aufgrund der Corona-Pandemie schwächere Nachfrage überschreiten. Wegen der grossen Unsicherheit auf den globalen Absatzmärkten für Pommes frites durch den Wegfall des Ausser-Haus-Konsums wird es laut NEPG weiterhin zu Problemen am europäischen Markt kommen, da die nicht abgeholten Mengen in andere Segmente drängen dürften.

Viele Produzenten hoffen, durch Einlagerungen etwas Druck aus dem Markt nehmen zu können. Hinsichtlich der mittlerweile europaweit prall gefüllten Läger wird die Entlastung aber überschaubar bleiben. 

Trotz der Corona-bedingt zunehmenden Warenabflüsse in Richtung Haushalte und Privatabnehmer rät die NEPG den Landwirten, ihre Speisekartoffelflächen für das kommende Jahr zu reduzieren und auf preislich attraktivere Kulturen zu wechseln. Solange der Absatz in Richtung Hotel, Gastronomie und Grossveranstaltungen nicht signifikant anzieht, sei weder am europäischen Kartoffelmarkt insgesamt noch in dieser Nutzungsrichtung eine spürbare Entspannung in Sicht, wird betont. 

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