7.08.2015 06:41
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Mexiko
Exportweltmeister verschifft sein Bier in alle Welt
Mexiko ist der grösste Bierexporteur der Welt. Freihandelsverträge, massives Marketing und treue Anhänger in den USA sorgen für kräftige Ausfuhrraten. Auch in der Schweiz erfreut sich das mexikanische Bier steigender Beliebtheit.

27,5 Millionen Hektoliter Bier exportierten die mexikanischen Brauereien im vergangenen Jahr nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Mexiko City - fast doppelt so viel das Bier-Land Deutschland. Schweizer Brauereien fuhren lediglich 64'000 Hektoliter aus. Der grösste Teil des Exports der mexikanischen Biere ging in die USA. Insgesamt aber kann man ein mexikanisches Bier in über 180 Ländern der Welt bestellen.

Schweiz importiert Mexiko-Bier im Wert von 5 Millionen

In der Schweiz ist vor allem die Marke Corona bekannt - wohl nicht zuletzt wegen ihrer schicken Flaschen im Retro-Look. Die Beliebtheit des mexikanischen Gerstensaftes steigt hierzulande: 2014 wurde aus Mexiko Bier im Wert von 5 Millionen Franken importiert - 16,1 Prozent mehr als noch im Vorjahr. «Corona - das meist verkaufte mexikanische Bier der Welt», lautet auch der stolze Werbeslogan der Brauerei mit der Krone.

Und es wird weiter kräftig investiert. Zuletzt kündigte der US-Konzern Constellation Brands den Ausbau einer Bier- und Verpackungsfabrik im nördlichen Bundesstaat Coahuila für mehr als zwei Milliarden US-Dollar an. Dort werden die Marken Corona, Modelo, Pacífico und Victoria für den US-Markt gebraut. Nach dem Ausbau soll die Jahresproduktion auf 25 Millionen Hektoliter steigen. Das ist über fünf Mal mehr, als in der gesamten Schweiz getrunken wird.

Grosse Konzerne dominieren

Insgesamt werden in Mexiko jährlich knapp 90 Millionen Hektoliter Bier gebraut, damit ist das Land der sechstgrösste Bierproduzent der Welt. Der Biermarkt in Mexiko ist fest in der Hand von zwei Brauereien, die zuletzt von multinationalen Konzernen gekauft wurden. Anheuser-Busch InBev übernahm 2013 den Marktführer Grupo Modelo für 13,2 Milliarden US-Dollar. Bereits 2010 hatte der niederländische Konzern Heineken, der in der Schweiz etwa die Marken Calanda und Eichhof übernommen hat, durch einen Aktientausch die Brauerei Cuauhtémoc Moctezuma (CCM) erworben.

Die mexikanischen Brauereien profitieren von den über 40 Freihandelsverträgen Mexikos, die einen zollfreien Export in die ganze Welt ermöglichen. Während in der Schweiz vor allem für den Heimmarkt gebraut wird, steigerten die Mexikaner das Ausfuhrvolumen von Bier zwischen 1992 und 2014 von 190 Millionen US-Dollar auf 2,4 Milliarden Dollar. «Die Öffnung der mexikanischen Wirtschaft war der Schlüssel für unseren Erfolg als Bier-Exporteur», sagt Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo. «Und wir haben weiterhin grosse Erwartungen - 2015 wird unser Bierjahr.»

Mit Werbekampagnen zum Erfolg

Zum Erfolg der mexikanischen Brauereien dürfte auch die enorme Marktkonzentration beigetragen haben. Die Bier-Riesen Grupo Modelo und Cuauhtémoc Moctezuma waren schon vor ihrer Übernahme in der Lage, massive Werbekampagnen zu fahren. «Jahrelanges Marketing hat das mexikanische Bier in aller Welt gut positioniert», sagt Jesús Briseño vom mexikanischen Brauereiverband. Mit den ausländischen Gross-Konzernen im Rücken dürfte sich dieser Effekt noch einmal verstärken.

Allerdings können die mexikanischen Brauereien auch schon jetzt auf besonders treue Fans im Ausland setzen. Millionen ausgewanderter Mexikaner in den USA wollen in der neuen Heimat nicht auf ihr kräftiges Indio oder leichtes Corona verzichten. Während Mexiko sein Bier in alle Welt verschifft, hält sich die Nachfrage nach ausländischen Sorten noch in engen Grenzen. Gerade mal 1,7 Millionen Hektoliter Bier wurden im vergangenen Jahr importiert.

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