21.04.2016 18:06
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Devisen
EZB-Entscheid lässt Euro steigen
Die Absage von weiteren Zinssenkungen durch den Chef der Europäische Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat dem Euro am Donnerstag zu einem Höhenflug verholfen. Die Gemeinschaftswährung erreichte zwischenzeitlich gar die Marke von 1,10 Franken, den höchsten Stand seit mehr als einem Monat.

Dies spielt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Kampf gegen den starken Franken in die Hände. Bereits am Mittwoch hatte sich der Franken deutlich abgeschwächt - was die Experten der Valiant-Bank auch auf gezielte Interventionen der SNB im Vorfeld der EZB-Ratssitzung zurückführten.

Ohne fundamentalen Grund sei der Franken stark unter Druck geraten, wobei Art und Weise dieser Bewegung klar auf Interventionen der SNB hindeuteten, erklärten sie. Die Währungshüter hätten vermutlich einmal mehr präventiv den Franken geschwächt. Diese wollte sich dazu nicht äussern.

Der Rat der Europäische Zentralbank belässt den Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen können, auf dem Rekordtief von null Prozent. Das teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit. Der Strafzins für Geld, das Finanzinstitute über Nacht bei der Notenbank parken, beträgt weiterhin 0,4 Prozent.

Beobachter hatten nicht mit einer Änderung der Geldpolitik bei der Ratssitzung am Donnerstag gerechnet. Denn erst im März hatten die Währungshüter ihren Kurs im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche massiv verschärft:

Sie senkten den Leitzins im Euroraum auf null Prozent. Das vor allem in Deutschland umstrittene milliardenschwere Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren wurde ausgeweitet. Die Notenbank kauft seit April Papiere im Volumen von 80 Milliarden Euro monatlich, zuvor waren es 60 Milliarden Euro. Das Programm läuft bis mindestens März 2017. Zugleich brummte die EZB Banken höhere Strafzinsen auf. Ausserdem gibt es ab Sommer neue billige Langfristkredite für Geldhäuser.

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