17.07.2018 15:18
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
F : Spanischer Wein eingebürgert
Im französischen Detailhandel sind in den vergangenen Jahren offenbar Millionen Liter spanischen Weins mit falscher Etikettierung oder irreführender Präsentation verkauft worden.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der französischen Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherfragen und Nahrungsmittelkontrolle (DGCCRF), die vergangenr Woche vorgelegte wurde. 

Nachdem französische Weinbauern seit Ende 2015 über starke Konkurrenz durch spanische Weine im Niedrigpreissegment geklagt hatten, ermittelte die im Wirtschaftsministerium angesiedelte DGCCRF auf allen Vermarktungsstufen der Weinbranche - in Produktion, Import, Gross- und Detailhandel. Im Jahr 2016 waren bei 179 kontrollierten Betrieben in 22% der Fälle Regelverstösse festgestellt worden. 2017 wurden bei noch 15% der überprüften Betriebe Unregelmässigkeiten gefunden, die von irreführender Präsentation bis zur Falschetikettierung reichten. 

Die Kontrolle der Importeure zeigte bei der grossen Mehrheit eine korrekte Kennzeichnung als „Spanische Weine“ oder „Weine aus der Europäischen Union“. Bei einzelnen Betrieben wurden aber spanische Offenweine in Grössenordnungen von 2'000 hl bis 34'550 hl gefunden, die unter der Bezeichnung „Vin de France“ verkauft wurden. Nach französischem Recht kann dies Haftstrafen von bis zu zwei Jahren und Strafzahlungen von bis zu 30' 000 Euro zur Folge haben. 

Kontrollen der Etiketten in mehr als 1'000 Niederlassungen des Detailhandels ergaben in einigen Fällen zudem schwer verständliche Ursprungsangaben. So wurden Zeichen wie Lilie und Kokarde als Symbole Frankreichs oder Vermerke wie „Hergestellt in Frankreich“ an der Flaschenfront platziert, während die tatsächliche Herkunft auf der Rückseite kaum erkennbar war. In diesem Zusammenhang wurden 25 Strafverfahren eingeleitet.

Ausserdem bemängelten die Beamten der DGCCRF verwirrende Angaben in Ladenregalen und auf Preisetiketten. Auch in Betrieben des Hotel- und Gaststättengewerbes wurden undeutliche oder falsche Auszeichnungen gefunden und mit Strafen belegt. Die chemische Analyse von 28 Weinproben erbrachte indes keine Beanstandung der Herkunftsangabe. Der Generalsekretär des französischen Bauernverbandes (FNSEA), Jérôme Despey, sieht die
Arbeit der Behörden mit dieser Untersuchung noch nicht beendet. Es müsse weiterhin Druck durch Kontrollen geben, damit sich solche Dinge nicht fortsetzten.

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