2.11.2018 09:51
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
Milchmarkt
Fair-Label schaffts ins Regal
Das Gütesiegel «Fair» trägt erste Früchte. Seit Mittwoch stehen in der Westschweiz in über 50 ausgewählten Käsereien und Spezialgeschäften Dessert-Jogurts sowie Pastmilch mit dem «Fair»-Label in den Theken.

«Was für ein Ereignis, welches wir heute am Goûts et Terroirs in Bulle erleben dürfen». Mit Begeisterung verkündete «Fair»-Projektverantwortlicher Kurt Schmid vor den Medien am Mittwoch an der Spezialitätenmesse im freiburgischen Bulle, dass die ersten «Fair»-Produkte nun lanciert wurden. 

«Fair» in Coop-Filialen

Die Molkerei Le Moléson in Orsonnens FR nimmt mit seinen «Fair»-Produkten eine Vorreiterrolle ein. Die Desserts-Jogurts sowie Pastmilch mit dem Gütesiegel «Fair» sind nicht nur in über 50 Käsereien und Spezialgeschäften zu finden, sondern ab dem 5. November auch in den Regalen von 20 Westschweizer Coop Filialen.

Direktor Michel Grossrieder: «Mit diesem Gütesiegel zeigen wird, dass es möglich ist, Milchproduzenten faire Preise für ihre Arbeit zu zahlen.» Weiter zeigte er sich davon überzeugt, dass Konsumenten Produkte schätzen würden, bei denen Tierwohl, Qualität und soziale Aspekte im Vordergrund stünden. «Darum planen wir 2019 weitere Produkte mit dem blauen Herz zu lancieren», sagte er. 

Bald auch in der Deutschschweiz

Wann fällt der Startschuss von «Fair» in der Deutschschweiz? Franzsepp Erni, Präsident des Vereins für faire Milchpreise und Initiant, liess verlauten, dass dies im Kanton Luzern womöglich bereits im Dezember der Fall sein wird.

Das blaue Herz garantiert den Milchproduzenten einen fairen Milchpreis von mindestens 75 Rappen pro Liter. Das Gütesiegel «Fair», das von den Schweizer Milchproduzenten (SMP) unterstützt wird und im Februar 2018 von neun Bauern und Bäuerinnen aus allen Regionen der Schweiz lanciert wurde, steht zudem für besonders tierfreundliche Ställe (BTS), regelmässigen Auslauf ins Freie (Raus) sowie Futter, das weder genverändert noch palmölhaltig ist. 

«Fair» fast wie Max Havelaar

Schmid verglich «Fair» mit dem Max Havelaar-Label. «Das Label steht allen offen, die sich gegenüber den Produzenten fair verhalten möchten.» Die Initianten versprechen sich mit «Fair» viel Potenzial. Caroline Quartenoud, Bäuerin und Sprecherin der Initiative «Fair»: «Umfragen zeigen, dass viele Konsumenten bereit sind, mehr für Milch zu zahlen. Allerdings möchten sie sicher sein, dass der Mehrpreis auch bei den Bauern ankommt.»

Für die Milchproduzenten bleibt zu hoffen, dass die «Fair»-Produkte bei den Konsumenten Anklang finden werden. Denn eine Milchpreisgarantie von 75 Rappen wie bei «Fair» hat er sonst nirgends – fast nirgends: Auch die zwei weiteren Labels «Di fair Milch» und «Fairmilk» geben einen ähnlichen Ton an. Bei «Di fair Milch» gibt’s 75 bis 80 Rappen, bei «Fairmilk» 70 Rappen.

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