Montag, 27. Juni 2022
26.03.2014 08:08
Kartoffelmarkt

Fenaco drückt Kartoffelpreis

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: Doris Grossenbacher

Die Fenaco hat bei einigen Speisekartoffelsorten eigenmächtig eine Kaliber- und Preisänderung beschlossen. Die Kartoffelproduzenten befürchten eine Signalwirkung auf andere Abnehmer. Dieses Vorgehen sei inakzeptabel. Mit Umfrage.

Zwischen der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten (VSKP) und dem grössten Schweizer Kartoffelabnehmer herrscht dicke Luft. Ohne mit den Produzenten Rücksprache zu nehmen, hat die Fenaco kürzlich eine Kaliberanpassung nach oben und eine Preisreduktion bei den Sorten Ditta, Nicola und Erika  beschlossen.

Grund: Tiefere Nachfrage nach Raclette-Kartoffeln

Sie übernehme diese festkochenden Sorten  neu mit einem Kaliber von 30 bis 70 mm statt wie bisher von 30 bis 60 mm, teilte die Fenaco ihren Produzenten mit. Da diese damit mehr Menge pro Hektare abliefern könnten, würden aber nur noch 89 Prozent des Swisspatat-Preises bezahlt (rund 5 Fr./100 kg weniger).

Jörg Schär, Category Manager Frischkartoffeln bei der Fenaco, begründet: «Ab März nimmt die Nachfrage nach Raclette-Kartoffeln (Kaliber 30 bis 42,5 mm) jeweils stark ab.» Mit der Kalibererhöhung solle für die letzte Vermarktungsphase der Anteil an kleinen Kalibern eliminiert werden. Zudem werde mit grösseren Knollen die Lagerqualität verbessert. Von den Änderungen betroffen seien rund 25 Prozent der festkochenden Kartoffeln.

Kartoffelproduzenten erzürnt

Für Ruedi Fischer, Präsident der VSKP, ist dieses Vorgehen absolut inakzeptabel: «Es kann nicht sein, dass ein Abnehmer auf eigene Faust eine solche Preisreduktion vornimmt.» Was auf den ersten Blick für den einzelnen Kartoffelproduzenten keine grossen Auswirkungen zu haben scheine, werde schon mittelfristig überaus negative Folgen auf die ganze Übernahme und Preisfindung in der Branche haben. «Wenn die Fenaco-Landi-Gruppe als bäuerliche Organisation mit solchen Vorstössen kommt, welche Signale sendet das an die anderen Abnehmer?», sorgt sich Fischer.

Auch wenn die Fenaco in den letzten Monaten bei den Speisekartoffeln Marktanteile verloren habe, solle sie sich wie in der Vergangenheit auch in der Zukunft an die ausgehandelten Übernahmebedingungen in der Branche halten. Dies gelte auch für alle anderen Abnehmer von Kartoffeln.

Jörg Schär sagt dazu: «Es besteht kein direkter Zusammenhang, aber es ist klar, dass der Verlust von Aufträgen immer dazu bewegt, die eigene Wettbewerbsfähigkeit noch konsequenter zu überprüfen.» Er sieht in den geplanten Änderungen kein Problem: «Es geht nicht um eine Preisreduktion, sondern um eine Festigung des Schweizer Kartoffelabsatzes.» Die Wirtschaftlichkeit für den Produzenten werde gewahrt. Falls dieses Ziel nicht erreicht werde, werde man Korrekturen einleiten.

Mehr zum Thema
Marktmeldungen

Mehrverkäufe in den Ländern Frankreich, BeNeLux und den USA. - Pixabay Mit gezielten Marketingmassnahmen und dank einer ausgezeichneten Raclette-Qualität konnten die Exporte im Jahr 2021 auf 3259 Tonnen ausgedehnt werden.…

Marktmeldungen

Gesucht werden für 2023 Produzenten, die Sonnenblumen anbauen. - Judith Beyeler, lid Raps und Sonnenblumen aus Schweizer Produktion sind gesucht. Sämtlichen Produzenten konnten die gewünschte Menge an Raps, Sonnenblumen und…

Marktmeldungen

Ab dem 13. Juni beginnt die marktrelevante Ernte. - lid Es sieht gut aus für die Schweizer Kirschen-Freunde: Dieses Jahr können viele der begehrten Früchte gepflückt werden. Jetzt startet die…

Marktmeldungen

Verschiedene Massnahmen sollen helfen, das Eierlegen lässt sich aber nicht «abstellen». - Jonas Ingold Die Schweizer Eierproduzentinnen und Eierproduzenten konnten in der Vergangenheit von guten Jahren profitieren – während der…

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE