1.11.2017 12:14
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fische
Fenaco prüft Fischmast-Potenzial
Der Fischkonsum in der Schweiz steigt stetig. Der Marktanteil der einheimischen Fische ist aber marginal. Die Fenaco prüft nun in einer Testanlage die Mast von Egli und Zander. Die Resultate werden zeigen, ob sich die Fischproduktion rentabel betreiben lässt.

In der Schweiz nimmt der Konsum von Fisch laufend zu. Der Pro-Kopf-Konsum liegt derzeit bei 9.1 Kilo. Im Vergleich: Der Fleischkonsum lag 2016 bei rund 50.9 Kilo, ein Kilo weniger als im Vorjahr.

Nur 1 Prozent aus der Schweiz

Der meiste in der Schweiz verzehrte Fisch stammt aber aus dem Ausland. Lediglich ein wenig mehr als 1 Prozent kommt aus der Schweiz. Verschiedene Unternehmen wie die Migros sehen Potenzial in der einheimischen Fischproduktion. Auch die Fenaco hat ein solches geortet. Und verschiedene Landwirte sind bereits in der Fischproduktion tätig.

Die Fenaco will nun prüfen, ob und wie eine Fischproduktion in Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsbetrieben realisierbar ist «Es soll der gesamte Weg des Fisches von der Zucht über den Landwirtschaftsbetrieb und die Verarbeitung bis zum Verkaufsregal, innerhalb und ausserhalb der Fenaco, untersucht werden», lässt sich Josef Sommer, Mitglied der Geschäftsleitung Fenaco und Leiter Departement Infrastrukturen und Nachhaltigkeit, in einem Communiqué zitieren.

Fische statt Schweine

Die Fischzucht und -mast gilt als sehr anspruchsvoll. Am Markt lassen sich mit den Edelfischen Egli und Zander hohe Preise lösen. Im Testbetrieb werden diese beiden Fischsorten eingesetzt, weil sie auch in den Schweizer Gewässern vorkommen. Im Gegensatz zu importiertem Fisch soll eine allfällige Schweizer Fisch-Wertschöpfungskette transparent und nachhaltig sein und den Schweizer Tierschutzstandards entsprechen, schreibt die Fenaco.

Die Fischmast-Testanlage der Fenaco wurde auf dem Betrieb von Doris und Christian Steiger im luzernischen Büron installiert. Der Schweinestall wurde dazu komplett umgebaut. Installiert wurde eine Indoor-Kreislaufanlage. Diese hat gemäss Fenaco den Vorteil, dass durch mechanische und biologische Filter das Wasser laufend gereinigt wird, so dass nur sehr wenig Frischwasser verbraucht wird. Auf den Einsatz von Antibiotika wird verzichtet.

Rentabilität muss gegeben sein

«Die Testanlage erfüllt im Bereich der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz höchste Anforderungen. Ausserdem entspricht sie den neuesten Erkenntnissen bezüglich Tierwohl. Die Fische werden zur Schlachtung möglichst stressfrei betäubt und getötet», erklärt Landwirt Christian Steiger.

Im Oktober haben Steigers die ersten Fische in die Becken eingelassen. Die Qualität der Jungfische ist von entscheidender Bedeutung, da sie einen grossen Einfluss auf die Wachstumskurven und Sterberate hat. In rund 10 Monaten erreichen die Fische ihr Schlachtgewicht. Für die Bauern ist die Rentabilität der Mast entscheidend. Die Fenaco wird in einer mehrjährigen Testphase dieses Kriterium genauer analysieren. «Nur wenn sich die Fischmast für die Landwirte wirklich lohnt, wird das Thema bei der Fenaco weiterverfolgt», lässt Josef Sommer zitieren.

Hohe Anforderungen betrieblich wie raumplanerisch

Die Anforderungen an den Standort sind hoch. Die Anlage benötigt einen isolierten und beheizten Raum, der dunkel und ruhig ist. Weiter erforderlich ist ein nivellierter Boden mit hoher Traglast, Frischwasserzufuhr, Einleitbewilligung oder ARA-Anschluss. Auch raumplanerisch gibt es hohe Hürden zu bewältigen. Fische gehören nicht zu den landwirtschaftlichen Nutztieren. Deshalb ist eine Fischmast in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform.

Für Landwirte, welche eine Fischmast betreiben möchten, gelten dieselben Auflagen wie für einen nichtlandwirtschaftlichen Nebenerwerb. Bei der Familie Steiger erteilte der Kanton Luzern eine innere Aufstockung. Die Jahresproduktion wurden aber 10 Tonnen Fisch gedeckelt. 

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