7.09.2017 10:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fenaco
Fenaco startet Stromprojekt
Mit dem Projekt «AgroSolar» verkauft die Fenaco einerseits Solaranlagen und Batteriespeicher, andererseits kauft sie einen Teil des Solarstroms auf. Der genossenschaftlich organisierte Konzern will den Bauern den Schritt vom Landwirt zum Energiewirt ermöglichen. Die Fenaco wird aber auch Stromhändlerin.

Die dezentrale Stromproduktion erlebt in vielen Ländern Europas und auch in der Schweiz seit mehreren Jahren einen starken Aufschwung. Im Geschäft mit dem Strom aus erneuerbarer Energie mischt auch die Fenaco mit.

Agrola verkauft Solarstrom

Über den Solaranlagenbauer Solvatec, welchen die Fenaco 2015 gekauft hat, verkauft und installiert sie Fotovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher (Tesla Powerwall). Über die Agrola wird ein Teil des Stroms verkauft. So gibt es bei der Energie-Tochter Agrola unter anderem «Agrola Strom Star» (90% CH-Wasser- und 10% CH-Solarstrom) und «Agrola Strom Sun» (100% CH-Solarstrom) zu kaufen.

Mit dem Pilotprojekt «AgroSolar» will nun die Fenaco nach eigenen Angaben den Bauern den Schritt vom Landwirt zum Energiewirt ermöglichen. «Der Landwirt erhöht seine Selbstversorgung im Energiebereich, indem er den selbst produzierten Solarstrom nutzt», schreibt die Fenaco im einem Communiqué. Über die Landi kann der Landwirt auf den Hof zugeschnittene Photovoltaikanlage inklusive Speicherlösung planen lassen und auch beziehen.

Fenaco erhält Herkunftsnachweis

Der nicht benötigte Strom wird von der Fenaco oder an den Verteilnetzbetreiber verkauft. «Unabhängigkeit ist für viele Produzenten ein wichtiger Faktor in ihrer täglichen Arbeit; sind sie doch seit jeher als selbständige Unternehmer auf sich gestellt», lässt sich Daniel Bischof, Leiter des Departements Energie bei der Fenaco, in der Mitteilung zitieren.

Da die Installation eine kostspielige Sache ist, beteiligt sich die Fenaco bei einem Teil der Kosten. Das Unternehmen übernimmt die Hälfte der Kosten pro Batterie und Produzent. Als Gegenleistung erhält die Fenaco jeweils für zehn Jahre den Herkunftsnachweis (HKN) der einzelnen Produzenten für den Ausgleich der Fenaco-eigenen Produktionsbetriebe und Infrastrukturen.

Erste Anlagen gehen im Herbst in Betrieb

Derzeit bezieht der Konzern 50 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbarer Quelle. «Die Solarenergie wird in Zukunft einen wichtigen Anteil in unserem Strommix einnehmen», so Hans Peter Eberhard, Leiter Strommarkt der Fenaco. Die ersten Verträge mit landwirtschaftlichen Pilotbetrieben wurden Ende Juli unterzeichnet. Die Anlagen sind derzeit in der Planungsphase. Die Installation der ersten «AgroSolar»-Anlagen ist für diesen Herbst geplant. Erste Ergebnisse und Auswertungen bezüglich Rentabilität und Autarkie erwartet die Fenaco im Frühling 2018.

Die Fenaco rechnet aber langfristig mit dem Projekt. Sie stellt für AgroSolar einen Gesamtbeitrag von bis zu 500'000 Franken pro Jahr über einen Zeitraum von voraussichtlich 10 Jahren zur Verfügung. Dieser Beitrag wird zur Beschaffung der Batteriespeicher eingesetzt.

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