17.04.2018 11:41
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fenaco
Fenaco übernimmt Getreidehändler
Der genossenschaftlich organisierte Agrarkonzern hat rückwirkend auf den 1. Januar 2018 die Getreidehandelsaktivitäten der Swiss Grana Gruppe. Damit will die Fenaco das Handelsvolumen erhöhen und die Kosten senken. Auf das Schweizer Getreide soll der Kauf keine Auswirkungen haben.

Die Übernahme erfolgt im Sinne einer Nachfolgelösung. «Mit der Fenaco haben wir einen zuverlässigen Partner gefunden, der die Swiss Grana Gruppe in eine positive Zukunft führen wird», lässt sich Joseph Roggo, Präsident der Swiss Grana Gruppe, in einer Mitteilung zitieren. Die Swiss Grana Gruppe konnte ihr Handelsvolumen innerhalb der Europäischen Union auf über 90 Prozent steigern. 

Die 2002 gegründete Grana Gruppe mit Hauptsitz in der Schweiz geht auf Calcium AG (gegründet 1918) zurück. Die Gruppe ist in den nationalen und internationalen Agrarmärkten mit dem Handel von Getreide, Futtermittel-Rohstoffen, Ölsaaten und Dünger tätig. Die Grana Gruppe besteht aus der Calcium agro AG und der Silo Olten AG in der Schweiz sowie Dalz agro-trading s.r.o. in Tschechien sowie Grana agro GmbH in Deutschland. «Das Düngergeschäft ist aber nicht Teil des Deals mit der Fenaco», erklärt Fenaco-Sprecherin Alice Chalupny gegenüber schweizerbauer.ch. Dieses bleibt in der Hand der Calcium. Der Name Swiss Grana Gruppe geht an die Fenaco über.

Tiefere Beschaffungspreise

Die Fenaco übernimmt die Standorte die Standorte in der Schweiz, Deutschland und Tschechien und investiert in den internationalen Getreidehandel. Mit dem Kauf will die Genossenschaft mit Sitz in Bern Rohwaren für Futtermittel nach bestimmten Qualitäten und Sorten beschaffen, das Handelsvolumen erhöhen und somit die Kosten im Zwischenhandel senken sowie die Produktsicherheit erhöhen.

«Die Fenaco erhöht mit dieser Übernahme ihr internationales Handelsvolumen, was sich positiv auf die Beschaffungspreise auswirken wird», lässt sich Hansjörg Reiss, Leiter der Geschäftseinheit fenaco Getreide, Ölsaaten, Futtermittel, in der Mitteilung von Dienstag zitieren. Dank der Übernahme werden gemäss der Fenaco die Beschaffungswege verkürzt und die internationale Logistik gestärkt.

Inländische Produktion nicht tangiert

Zudem würde die Produktrückverfolgbarkeit und -sicherheit gestärkt. «Der Kauf leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätsstrategie der Schweizer Landwirtschaft», schreibt die Fenaco. Im Fokus bei der Beschaffung für den einheimischen Markt stehen Futtermittelrohwaren wie Weizen, Hafer, Erbsen und Mais.

Für die einheimischen Produzenten soll die Übernahme keine Auswirkungen haben, beteuert die Fenaco. «Die Importe von Rohwaren für Futtermittel dienen unverändert als Ergänzung zur inländischen Produktion», versichert Hansjörg Reiss. 

6-Milliarden-Konzern

Zum Kaufpreis und zum Nettoerlös haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Sämtliche 25 Mitarbeitende werden bei der Fenaco weiterbeschäftigt. Der Vollzug erfolgt, wenn die behördlichen Genehmigungen in Deutschland vorliegen.

Die Fenaco beschäftigt rund 10 000 Mitarbeitende und erzielte 2016 einen Nettoerlös von 5,94 Mrd. Franken. Die Agrargenossenschaft liegt in den Händen von rund 200 Landi und deren gut 42 000 Mitgliedern. Zu den bekanntesten Marken gehören der Getränkehersteller Ramseier Suisse, der Fleischverarbeiter Ernst Sutter, die Detailhändler Volg und Landi, Düngerhändler Landor, Futtermittelhersteller UFA sowie der Energieanbieter Agrola.

«Das Düngergeschäft ist aber nicht Teil des Deals mit der Fenaco»,
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