15.10.2019 09:53
Quelle: schweizerbauer.ch - bki
Fleischmarkt
«Fleisch nur aus Bern geht nicht»
Die Berner Zungenwurst muss immer im Kanton Bern hergestellt werden. Das Fleisch darf aber aus der ganzen Schweiz kommen.

Die Berner Zungenwurst ist seit dem 8. August 2019 mit geschützter geografischer Angabe (IGP) registriert. Hansjörg Rüegsegger, Präsident des Berner Bauernverbandes (BEBV), lobte bei der Lancierung Ende September die Berner Zungenwurst als Erfolgsgeschichte für die regionale Wertschöpfung. Nach dem Pflichtenheft kann das Fleisch für die Herstellung der Wurst aus der ganzen Schweiz stammen. Inwiefern können die Berner Landwirte also davon profitieren? 

Andreas Wyss, Geschäftsführer des BEBV, präzisiert auf Anfrage des «Schweizer Bauer», dass über die Rohstoffherkunft in der Arbeitsgruppe zum Schutz der Wurst heftig diskutiert worden sei: «Wir mussten einsehen, dass die Realitäten der aktuellen Schlachthofinfrastrukturen in der Schweiz leider die strikte Beschränkung auf Berner Fleisch faktisch verunmöglichen oder dass ein enormer administrativer Aufwand generierert werden müsste.» 

Daniel Gygax, Präsident des Vereins Berner Zungenwurst, erklärte in einem Interview mit der Fachzeitschrift «Alimenta», dass für einen grösseren Verarbeitungsbetrieb der Kanton Bern ein zu kleines Gebiet sei, um das gesamte Rohmaterial beschaffen zu können. Und da es wichtig gewesen sei, dass sich auch die grossen Hersteller für den Schutz eingesetzt hätten, habe man hier einen Konsens finden müssen.

Andreas Wyss verdeutlicht: «Da der Grossteil der Hersteller gewerbliche Metzgereien sind, stammt folglich auch der Grossteil des verarbeiteten Fleisches aus dem Kanton Bern. Die Berner Bauernfamilien haben darum sehr wohl einen Nutzen aus dem Schutz der Berner Zungenwurst.» 


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