10.05.2019 11:26
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Fleischmarkt
Fleisch: Schweizer kaufen edler
Schweizerinnen und Schweizer geben für den Fleischkonsum doppelt so viel Geld aus als die Deutschen. Ein Grund ist die Preisdifferenz. Die Schweizer Haushalte kaufen aber vor allem auch teureres und edleres Fleisch.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat in seinem am Freitag veröffentlichten Marktbericht Fleisch zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen Nielsen Schweiz das Kaufverhalten der Konsumenten in beiden Ländern analysiert.

Obwohl der Pro-Kopf-Konsum von Fleisch in der Schweiz mit 52,1 Kilogramm gegenüber 60,1 Kilogramm in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich geringer gewesen sei, seien die Ausgaben für Fleisch hierzulande insgesamt doppelt so hoch gewesen, heisst es. Es sei allgemein bekannt, dass Konsumentinnen und Konsumenten Fleischprodukte in Deutschland deutlich preisgünstiger einkaufen könnten als in der Schweiz. Diese Tatsache werde generell als einer der Treiber für den Einkaufstourismus eingeschätzt.

Schweizer kaufen Fleisch im Hochpreissegment

Massgeblich beeinflusst werde der Preisunterschied aber auch durch die höheren Schweizer Einkäufe von Frischfleisch im Hochpreissegment. So wird etwa Rindshackfleisch von Schweizer Haushalten von allen beobachteten Produkten am meisten eingekauft, während es in Deutschland deutlich seltener im Einkaufskorb landet. Umgekehrt verhält es sich beim gemischten Hackfleisch, das von deutschen Haushalten deutlich häufiger nachgefragt wird als von Schweizer Haushalten.

Auch Rindssteak oder in geringerem Mass Schweinsfilet wird in der Schweiz deutlich mehr konsumiert als in Deutschland. Auffallend sei auch, dass die relative Preisdifferenz bei weniger edlen Frischfleischprodukten wie Ragout oder Hackfleisch deutlich geringer sei als bei Edelstücken wie Filet, Steak oder Schnitzel, heisst es weiter.

Differenz bei Edelstücken höher

Jene sechs Frischfleischprodukte in der Auswertung, welche von Schweizer Haushalten am Häufigsten nachgefragt werden, machten hier rund 60 % der totalen Einkaufsakte aus. Die gleichen Produkte machten bei deutschen Haushalten lediglich 50 % der Einkaufsakte aus.

Die geringste Preisdifferenz zwischen der Schweiz und Deutschland weisen die beiden Geflügelprodukte Poulet- bzw. Trutenbrust auf. «Dies lässt sich damit begründen, dass diese beiden Produkte einen hohen Absatzanteil von preisgünstigen Importprodukten im Schweizer Detailhandel aufweisen», schreibt das BLW. Auffallend ist zudem, dass die relative Preisdifferenz bei weniger edlen Frischfleischprodukten wie Ragout oder Hackfleisch deutlich geringer ist als bei Edelstücken wie Filet, Steak oder Schnitzel.

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