27.03.2017 11:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fleisch
Fleischkonsum leicht rückläufig
2016 wurde in der Schweiz pro Kopf 50,98 Kilo Fleisch gegessen, rund ein Prozent weniger als 2015. Am beliebtesten ist nach wie vor das Schweinefleisch. Erstmals seit Jahren rückläufig war der Geflügelfleischkonsum.

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz 431‘760 Tonnen Fleisch konsumiert (basierend auf Verkaufsgewicht, ohne Fisch und Krustentiere). Das ist ungefähr gleich viel wie im Jahr zuvor. Weil aber die Bevölkerung in der Schweiz gewachsen ist, ist der Pro-Kopf-Konsum um 510 Gramm auf 50.98 Kilo gesunken. Dies teilt die Branchenorganisation der Fleischwirtschaft, Proviande, am Montag mit.

Bei diesen Zahlen gilt es jedoch zu beachten, dass Einkäufe im grenznahen Ausland – 2015 gemäss GfK-Studie EUR 481 Mio. im Segment Fleisch/Fisch/Charcuterie) – und allfällige Lagerveränderungen in der Statistik von Proviande nicht enthalten sind.

Mehr Rindfleisch verzehrt

Auf Rang 1 der meistkonsumierten Fleischarten liegt unangefochten das Schweinefleisch. Mit einem Pro-Kopf-Konsum von 22.49 Kilo, 1.4 Prozent weniger als 2015, entfällt fast die Hälfte des Gesamtkonsums auf diese Kategorie. Den zweiten Platz belegte das Geflügelfleisch mit 12,04 kg (-0,6%), gefolgt vom Rindfleisch mit 11,28 kg (+0,2%).

Damit ging der Konsum von Geflügel erstmals seit dem Jahr 2012 zurück. Der Verkauf lag aber noch deutlich über 100'000 Tonnen. Mehr abgesetzt wurde hingegen Rindfleisch. Insgesamt wurden 95'553 Tonnen Rindfleisch verkauft, 1.1 Prozent mehr als 2015. Der Anstieg beim Rindfleisch ging aber zu Lasten des Kalbfleisches. Hier sank der Verzehr um 1.5 Prozent auf 23'000 Tonnen. Stark gesunken in der Gunst der Konsumenten ist das Ziegen- und Pferdefleisch. Der Rückgang betrug -13% respektive -9%.

Fleischkonsum vor 20 Jahren

1996 verzehrten Herr und Frau Schweizer je gut 53,6 kg Fleisch, rund 5% mehr als heute. Schon damals wurde aber vor allem Schweinefleisch konsumiert (25,93 kg), gefolgt von Rindfleisch (10,85 kg) und Geflügelfleisch (9,17 kg). Der allgemeine Rückgang in den letzten zwanzig Jahren ging vor allem auf das Konto von Schweine- und Kalbfleisch, während das Geflügelfleisch um über 2,8 kg pro Person zulegen konnte.

Mehr Rind- und Schaffleisch produziert

2016 ist die Fleischproduktion um 0.7 Prozent auf 348‘057 t Verkaufsgewicht gestiegen. Trotz eines Rückgangs um 1,1% machten die Schweine mit 182‘540 t den grössten Teil aus, gefolgt vom Rindfleisch mit 78‘351 t (+2,8%).

Massiv gesunken ist die inländische Ziegenfleischproduktion. Diese reduzierte sich um knapp 13 Prozent auf noch 383 Tonnen. Ebenfalls zurückgegangen ist die Pferdefleischproduktion in der Schweiz. Diese belief sich noch auf 327 Tonnen, das ist ein Minus von 5 Prozent. Zugenommen hingegen hat die inländische Produktion von Schaffleisch. Diese stieg um 6.3 Prozent auf 3'847 Tonnen.

Inlandanteil gestiegen

Über alle Tierarten hat der Inlandanteil am insgesamt konsumierten Fleisch um 0,6% zugenommen. Er lag bei 80,6%. Um 1.4 Prozentpunkte auf 82 Prozent gestiegen ist der Inlandanteil beim Rindfleisch. Beim Kalbfleisch lag dieser bei hohen 97 Prozent. Ebenfalls hoch mit 95.8 Prozent ist der Anteil beim Schweinefleisch. Das Schweizer Geflügelfleisch konnte seinen Marktanteil um 2.2 auf 57 Prozent ausdehnen.

Gesunken hingegen die Importe um 1.8 Prozent auf 92'000 Tonnen. Am deutlichsten gesunken die Importmengen beim Rindfleisch und beim Geflügel. Zugenommen haben die Einfuhren beim Schweinefleisch.

Die Fleischausfuhren haben 2016 mit 10.6 Prozent deutlich zugenommen. Allerdings lagen diese mit 8'375 Tonnen auf tiefen Niveau. Von der gesamten Inlandproduktion wurden damit 2.4 Prozent exportiert. Über die Hälfte der Ausfuhren entfiel auf das Rindfleisch, rund ein Viertel auf das Schweinefleisch.

Leicht höhere Preise

Der durchschnittliche Einkaufspreis von Fleisch lag im vergangenen Jahr etwas höher als im Vorjahr und betrug über alle Fleischarten inkl. Charcuterie, Würste und Konserven 20.56 Fr./kg (Vorjahr: 20.32 Fr./kg). Gemäss dem Marktforschungsinstitut Nielsen Switzerland kaufen die Konsumentinnen und Konsumenten jedoch immer häufiger Aktionsfleisch ein. 2014 betrug dieser Anteil noch 42,4%, im Folgejahr bereits 44,7% und 2016 45,3%.

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