28.03.2018 11:10
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fleisch
Fleischkonsum sinkt erneut
Die Schweizer Bevölkerung isst weniger Fleisch- Der Pro-Kopf-Konsum ist auf 50.01 Kilo (-970 Gramm) gesunken. Fast die Hälfte entfällt auf das Schweinefleisch. Vier Fünftel des gesamten Fleischkonsums stammen aus einheimischer Produktion.

Der Fleischkonsum ist in der Schweiz rückläufig. 2017 wurde ein Pro-Kopf-Verbrauch von 50.01 Kilo registriert, 1.9 Prozent weniger als 2016. In dieser Berechnung nicht berücksichtigt wurde gemäss der Branchenorganisation Proviande unter anderem der Konsum aus Fleischeinkäufen im grenznahen Ausland (2015: geschätzte 481 Mio. Euro). Bereits ein Jahr zuvor war der Konsum mit 1 Prozent abnehmend. 1996 verzehrten Herr und Frau Schweizer je gut 53,6 kg Fleisch.

Kalbfleischkonsum geht deutlich zurück

2017 wurden 427‘067 t Fleisch und Fleischprodukte (Verkaufsgewicht, ohne Fische und Krustentiere) konsumiert. Das sind 1,1% weniger als im Vorjahr. Am beliebtesten ist nach wie vor das Schweinefleisch. Der Pro-Kopf-Konsum liegt bei 22.2 kg Verkaufsgewicht, der Anteil liegt damit bei über 44%. Auf Rang 2 folgt das Geflügelfleisch (11,8 kg), Rang 3 geht an das Rindfleisch (11,0 kg). Bei diesen Fleischarten nahm der Konsum im Vergleich zum Vorjahr um rund 200 Gramm ab.

Erneut wurde auch deutlich weniger Kalbfleisch gegessen, mengenmässig allerdings auf tiefem Niveau. Der Pro-Kopf-Konsum betrug 2017 noch 2,6 kg, 5,5% weniger als im Vorjahr. Nur beim Wild und beim Ziegenfleisch nahm der Konsum leicht zu. Gut vier Fünftel von allem Fleisch, das in der Schweiz 2017 gegessen wurde, stammten aus einheimischer Produktion.

Weniger Rindfleisch produziert

In der Schweiz wurde 2017 insgesamt 344‘893 t verkaufsfertiges Fleisch produziert. Das ist ein Rückgang um 3‘170 t, der grösste Teil ist auf das Rindfleisch (-2000t) zurückzuführen. Das Schweinefleisch blieb mit einer Inlandproduktion von knapp 182‘500 t ungefähr auf dem Vorjahresniveau, beim Geflügel wurde mit 58‘475 t ein Plus von 0,4% verzeichnet.

Aufgrund leicht gesunkenen Fleischimporte bei gleichzeitig gestiegenen Exporten nahm der Inlandanteil am konsumierten Fleisch ausser bei der Rindergattung bei allen relevanten Tierarten zu. Wie die Proviande mitteilt, erhöhte sich beim Geflügel der Inlandanteil um 0,9%. Damit sei der Inlandanteil bei dieser Fleischsorte seit 2008 um nahezu 10% gestiegen, heisst es weiter.

Weniger Importe, mehr Exporte

Importe seien aber unerlässlich, hält Proviande fest. «In der Schweiz sind viele Ressourcen nur in ungenügender Menge vorhanden, insbesondere die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen», schreibt die Branchenorganisation. Insgesamt nahmen die Importe 2017 um 1 Prozent auf 91'200 Tonnen ab. Beim Geflügel (44’300t), Schaf (6’300t)- und Rindfleisch (22’600t) werden grosse Mengen eingeführt. «Insbesondere beim Rindvieh sanken die Geburtenzahlen erneut, weil diverse Betriebe die Milchproduktion einstellten. Der einheimische Rindviehmarkt war vor allem bei den Verarbeitungstieren fast durchwegs unterversorgt», so die Proviande.

Gestiegen sind 2017 die Exporte von Fleisch. Und zwar um 7.9 Prozent auf 9'000 Tonnen. Mengenmässig (+565t) am stärksten nahmen die Ausfuhren von Schweinefleisch zu, während die Exporte von Rindfleisch (-222t) die grösste Abnahme verzeichneten.

 

Exportiert wurde vor allem gesalzenes und getrocknetes Fleisch (3‘646 t). Aber auch «Fleisch frisch, gekühlt, gefroren» und die Fleischzubereitungen machten mit 1‘546 t bzw. 1‘173 t einen wesentlichen Teil aller Fleischexporte aus.

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