29.06.2015 10:09
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Devisen
Franken: Aufwertungsdruck schwächt sich ab
Das Griechenland-Drama schickt den Schweizer Franken auf eine Achterbahn: Am Montagmorgen schwächte sich der Franken gegenüber dem Euro wieder etwas ab, nachdem er in der Nacht stark aufgewertet hatte.

Am Wochenende waren die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern gescheitert. Damit droht die erste Staatspleite eines Euro-Landes. Griechenland muss dem IWF bis Dienstag 1,6 Milliarden Euro zurückzahlen. Die Regierung in Athen hat die Banken des Landes bis zum 6. Juli geschlossen. Am Sonntag sollen die Griechen in einer Volksabstimmung über die Vorschläge der Geldgeber für eine Lösung der Krise abstimmen.

Ein Prozent gewonnen

In der Nacht zum Montag kam der Euro an den asiatischen Devisenmärkten unter die Räder. Gegenüber dem Schweizer Franken verlor die europäische Gemeinschaftswährung zunächst ein Prozent an Wert und war noch 1,0326 Franken wert. Am frühen Morgen begann sich der Euro jedoch zu erholen.

Gegen 9.30 Uhr kletterte der Kurs wieder auf 1,0380 Franken - nachdem er allerdings in der Vorwoche stets über der Marke von 1,042 notiert hatte. Zum Dollar wurde der Euro am Morgen mit 1,0998 gehandelt. Zeitweise war er bis auf 1,0955 Dollar gefallen. Am Freitagabend hatte der Euro noch 1,1160 Dollar gekostet.

Erholungspotenzial für Euro

Für die Devisenmärkte bedeuteten die Ereignisse vom Wochenende, dass nun ein Austritt Griechenlands aus dem Währungsraum beim Kurs berücksichtigt werde, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. «Wenn es dazu kommt, dürfte der Devisenmarkt kaum heftiger reagieren als jetzt.» Bisher habe der Euro zwar schwächer tendiert, habe aber insgesamt sogar Erholungspotenzial.

Skeptischer äussert sich Athanasios Vamvakidis von Merrill Lynch: «Diese Ereignisse werden zu einer Wiederaufnahme des Abwärtstrends beim Euro-Kurs führen.» Sollte sich dies bewahrheiten, stünde umgekehrt der Franken unter Aufwertungsdruck.

Nationalbank will bei Bedarf intervenieren

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist bisher gemäss Aussagen von SNB-Präsident Thomas Jordan davon ausgegangen, dass eine Lösung gefunden und der Grexit abgewendet werden kann. Dennoch habe sich die Nationalbank auch «intensiv» mit dem Szenario einer Eskalation durch das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro beschäftigt, sagte Jordan Mitte Juni. Details zum Dispositiv von SNB und Bund wollte Jordan nicht nennen. Er betonte jedoch kürzlich, dass die SNB bei Bedarf erneut am Devisenmarkt intervenieren würde.

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