2.11.2016 07:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Devisen
Franken erstarkt wegen Trump
Spekulationen auf einen Wahlsieg von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump haben am Dienstag dem Franken Schub gegeben. Die Schweizer Währung kletterte zum Euro auf den höchsten Stand seit Ende Juni, als das überraschende Brexit-Votum für Turbulenzen gesorgt hatte.

Der Euro/Franken-Kurs notierte (9.45 Uhr) bei 1,0774 und damit auf dem tiefsten Stand seit dem Brexit-Entscheid von Ende Juni. Zum Vergleich: In den letzten Wochen hatte er kaum je unter der 1,08er-Marke gelegen, sich im Gegenteil eher der 1,10er-Grenze angenähert.

Experten erklären sich die Entwicklung mit der grösseren Wahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs von Donald Trump bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten. Trump, der wegen seiner Unberechenbarkeit bei den meisten Analysten als Börsenschreck gilt, hatte in den jüngsten Wahlumfragen deutlich Boden auf seine Gegnerin Hillary Clinton gut gemacht. Diese war nach der wieder hochgekochten Affäre um die Nutzung eines privaten Servers für dienstliche E-Mails unter Druck geraten.

Was Trump nach einer Wahl zum Präsidenten machen werde, scheine kaum vorhersehbar, meinen Experten. Die an den Märkten bereits weitgehend eingepreiste Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank im Dezember könnte dann ausfallen. Befürchtet wird zudem, dass nach einem Wahlsieg Trumps die Unabhängigkeit der US-Notenbank grundsätzlich in Frage gestellt werden könnte.

Die Schweizer Währung gilt als sicherer Hafen und ist daher bei Investoren in unsicheren Zeiten stets gefragt. «Der Franken bleibt deutlich überbewertet», sagte der Präsident der Schweizerischen Notenbank SNB, Thomas Jordan am Dienstagabend auf einer Veranstaltung in Vevey. Die Währungshüter wollen den Franken schwächen und damit indirekt die Wirtschaft stützen. Denn ein starker Franken macht Schweizer Waren in Europa teuer und bremst damit die Exporte.

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