17.06.2016 06:36
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Fleischmarkt
Fresser früher auf Märkte
Fresser, Kälber aus Milchviehhaltung, sollen wieder früher auf die öffentlichen Märkte geführt werden können. Der Nationalrat hat eine Motion von Erich von Siebenthal (SVP/BE) mit 106 zu 74 Stimmen angenommen.

Davon profitieren vor allem Bergbauern. Seit 2014 können Kälber erst ab einem Alter von 161 Tagen über die öffentlichen Schlachtviehmärkte vermarktet werden. Durch diese Änderung seien die Landwirte gezwungen, die Tiere länger auf dem Betrieb zu halten, mit entsprechenden Folgekosten und Platzbedarf.

Die «Fresser» seien jedoch ein wichtiger Betriebszweig für kleinen Betriebe, «in abgelegenen Regionen mit erschwerter Produktion», sagte von Siebenthal. Der Bundesrat hatte den Vorstoss zur Ablehnung empfohlen, weil Umsetzung eine anspruchsvolle Abgrenzung von Fressern und Schlachtkälbern verlangt. Diese sei teuer, der technische und administrative Zusatzaufwand gross - vor allem in Anbetracht der lediglich 3000 betroffenen Tiere. Das sei unverhältnismässig.

Im Schweizer Recht sind die Fresser nicht definiert. Für eine allfällige Umsetzung der Motion müssten auf Verordnungsstufe zuerst Unterscheidungsmerkmale zwischen Schlachtkälbern und Fressern festgelegt werden. Der Bundesrat sei sich der regionalen Bedeutung der Produktion von Fressern in Teilen des Berner Oberlands bewusst. Für regionalspezifische Anliegen könnten alternative und privatrechtliche Möglichkeiten für die Förderung des Absatzes der Fresser geprüft werden, hält der Bundesrat fest.

Der Bundesrat soll mit der Motion beauftragt werden, die gesetzliche Grundlage so anzupassen, dass Tiere ab einem Alter von 121 Tagen wieder über die öffentlichen Schlachtviehmärkte vermarktet werden können. Die Vermarktung von Fressern im Alter zwischen 120 und 160 Tagen sei ein wichtiger Betriebszweig für viele Betriebe im Berggebiet, betont von Siebenthal. Schweizweit war bisher rund ein Viertel (3000 Tiere) der über öffentliche Märkte abgesetzten Tiere in dieser Kategorie.

Hier lesen Sie mehr

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE