18.03.2013 06:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
Niederlande
FrieslandCampina realisierte 2012 Rekordumsatz
Der niederländische Molkereikonzern FrieslandCampina hat im Geschäftsjahr 2012 einen Rekorderlös eingefahren und gleichzeitig seinen Gewinn erhöht. Das Unternehmen berichtete von einem „guten“ Jahr.

Wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht des international aufgestellten Unternehmens hervorgeht, kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7,1% auf 10,3 Mrd. Euro (12,4 Mrd. CHF). Das ist der höchste Erlös in der Unternehmensgeschichte. 

Höhere Verkaufspreise - tiefere Produzentenpreise

Wichtigster Grund für die Steigerung war eine Absatzmengenverschiebung weg von den Massengütern hin zu den Produkten der Wachstumsfelder Baby- und Kindernahrung, Milchgetränke und Markenkäse. Die Verkaufspreise der meisten Produkte stiegen. Allerdings wurde für Butter und Milchpulver ein Minus von 11% registriert.

Zum Umsatzwachstum trugen mit 237 Mio. Euro (285 Mio. CHF) oder 2,5 Prozentpunkten auch die Akquisitionen des Molkereiunternehmens Alaska Milk auf den Philippinen und von IDB Belgium N.V. bei. Ein weiterer positiver Effekt von 139 Mio. Euro (167 Mio. CHF) oder gut 1 Prozentpunkt ergab sich aus günstigeren Wechselkursen.  Der Konzerngewinn stieg um 26,9% auf 247 Mio. Euro (296 Mio. CHF) und erreichte somit nach dem kräftigen Einbruch in 2011 wieder fast das Niveau von 2010.

Allerdings verringerte sich per Saldo der durchschnittliche Produzentenpreis für die Genossenschaftsmitglieder: Unter Berücksichtigung von Leistungs- und sonstigen Zuschlägen sowie Mitgliederobligationen ergab sich im Vergleich zum Vorjahr ein Abschlag von 4,2% auf 40,75 Euro (49 CHF) pro 100 kg Milch mit 4,41% Fett und 3,47% Eiweiss. Insgesamt wurden 10,2 Mrd. kg Milch verarbeitet, nach 10,1 Mrd. kg im Vorjahr.

Nachfragestagnation in Europa

Wie das Unternehmen weiter ausführte, wird für 2013 aufgrund des wachsenden Konsums eine leichte Zunahme der weltweiten Nachfrage nach Molkereiprodukten erwartet, insbesondere in Asien, Südamerika, Russland und Afrika.

In westlichen Ländern stagniere die Nachfrage nach Molkereiprodukten etwas aufgrund der negativen wirtschaftlichen Entwicklungen und der sinkenden Kaufkraft der Konsumenten. Das globale Milchangebot werde voraussichtlich leicht steigen. FrieslandCampina erwarte vor allem bei Baby- und Kindernahrung ein beschleunigtes Absatzwachstum durch die Schaffung weiterer Produktionskapazitäten im zweiten Halbjahr 2013.

Aufgrund der mässigen Futterqualität und der hohen Kraftfutterkosten werde in Westeuropa im ersten Halbjahr 2013 insgesamt eine niedrigere Milchproduktion erwartet als imersten Halbjahr 2012

Höhere Milchproduktion ab 2015 erwartet

Mit Blick auf das Auslaufen der EU-Milchquotenregelung im Jahr 2015 bereitete man sich auch in Holland auf einen Anstieg der Milchproduktion vor. Das Jahr 2013 solle im Zeichen der weiteren Umsetzung der Strategie Route2020 stehen.

Das Unternehmen investiere jährlich etwa 400 bis 500 Mio. Euro (480 bis 600 Mio. CHF) mit dem Ziel, Wachstum zu erzielen und die voraussichtlich steigende Milchmenge der genossenschaftlichen Milchviehhalter verarbeiten zu können.

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