22.11.2016 14:16
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Detailhandel
Gegenseitige Abhängigkeit mit Bauern
Coop will gemeinsam mit den Bauern daran arbeiten, die Wertschätzung für Schweizer Produkte noch zu erhöhen.

Coop-Chef Joos Sutter stellte vergangene Woche vor den Delegierten des Schweizer Bauernverbandes zunächst einmal fest: «Coop und die Bauern sind gegenseitig voneinander abhängig.» Er hielt fest, dass die Kunden heute sehr mobil seien und dank Internet bestens informiert. Der Kunde treffe täglich seine Einkaufsentscheidungen.

Wertschätzung ist zentral


Protektionistische Massnahmen könnten von den Kunden unterlaufen werden. Das belege der Einkaufstourismus, aber auch der tiefe Anteil des Einkommens, der in der Schweiz für die Lebensmittel ausgegeben werde. «Wir müssen es schaffen, dass der Kunde wieder gut isst, statt ein Auto der Spitzenklasse zu kaufen oder auf die Malediven in die Ferien zu fahren!»

Am Ende seines Referats hatte sich Sutter definitiv in Fahrt geredet: «Ich wünsche mir, dass wir es gemeinsam schaffen, die Wertschätzung unserer landwirtschaftlichen Produkte weiterhin so hoch zu halten – sie ist schon hoch – und ich sage, sogar noch zu steigern. Wenn wir für unseren Nachwuchs, unseren jungen Bauernstand etwas machen wollen, dann müssen wir an dem arbeiten. Wir werden nie so effizient sein wie riesige Betriebe im Ausland.»

Sortimentsbreite

Coop setze darauf, die Kunden vom Mehrwert der Schweizer Produkte zu überzeugen, sie nicht zu bevormunden. Klar sei: dafür sei genügend Differenzierung nötig.

Wichtig sei aber auch die Sortimentsbreite eines Ladens, um der landwirtschaftlichen und kulinarischen Vielfalt der Schweiz gerecht werden zu können. Ein Coop-Supermarkt habe rund 40000 verschiedene Produkte im Angebot, während ein Discounter nur rund 2000 Produkte anbiete. 

Bauern-Mehrwert

Coop-Chef Joos Sutter hat ausrechnen lassen, dass die Bauern dank den Mehrwert-Programmen Naturaplan, Bio und Naturafarm in den letzten zehn Jahren fürs Fleisch eine halbe Milliarde Franken mehr Erlös erhalten haben (172 Mio. Fr. bei Schweinen, 17 Mio. Fr. bei Kälbern, 291 Mio. Fr. bei Rindern, 44 Mio. Fr. beim Geflügel). Bei der Biomilch seien es in der Summe 100 Millionen Franken, die die Bauern innerhalb von zehn Jahren zusätzlich erhalten hätten. sal


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