3.09.2015 13:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Agrarchemie
Geschäftsverkäufe finanzieren Aktienrückkauf
Der Agrarchemiekonzern Syngenta rechnet mit regem Interesse an seinem Geschäft mit Gemüsesaatgut. Preiserwartungen gibt das Unternehmen allerdings nicht bekannt. «Ein Drei- bis Sechsfaches des Umsatzes wäre aber eine typische Referenzgrösse im Markt», sagte der Finanzchef John Ramsey im Interview mit der Finanznachrichtenagentur AWP.

Gemäss Ramsey erwirtschaftet Syngenta mit Gemüsesaatgut einen Jahresumsatz von 650 Mio. Dollar. Das sind etwa 20 Prozent der Erlöse in der Saatgutsparte. Den Erlös aus dem Verkauf will Syngenta via Aktienrückkauf an seine Aktionäre zurückgeben. Damit kommt Syngenta einer der dringendsten Forderungen der grossen Anteilseigner nach, die nach dem Nein zu den Avancen des US-Konkurrenten Monsanto Druck aufgebaut hatten.

Auch die Erlöse aus der seit Mitte August zum Verkauf stehenden Blumensaatguteinheit will Syngenta in den Topf legen für den Aktienrückkauf. Der Umsatz des Blumensaatguts liegt laut Ramsey bei rund 300 Mio. Dollar. Die Frage von AWP, ob der Finanzchef den Betrag für Aktienrückkäufe mit Geldern aus der eigenen Schatulle noch aufstocken will, beantwortete dieser mit Nein.

Ramsey wies weiter den Vorwurf zurück, Syngenta habe sehr spät und erst unter Druck aktionärsfreundliche Schritte unternommen. «Das war nicht der Stimulus», sagte er. «Doch der Umstand, dass weder der Markt noch Monsanto den Wert unserer Geschäfte reflektiert haben, war der Schlüssel zu diesen Schritten.»

Mit den Ankündigungen impliziere Syngenta keine grundsätzliche Änderung der Strategie. So werde der Konzern auch in Zukunft nach Akquisitionsmöglichkeiten Ausschau halten, und zwar im kleineren Bereich. Umgekehrt seien auch weitere Verkäufe möglich. «Falls wir mit gewissen Geschäften unsere Ziele nicht erreichen, sind wir natürlich auch bereit, für diese alternative Businessmodelle zu evaluieren», sagte er.

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