4.09.2019 18:24
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Kartoffeln
Guter Markt auch dank weniger Fläche
Die Richtpreise der meisten Kartoffelsorten liegen über dem Vorjahr. Die Qualität der Knollen ist gut. Ruedi Fischer, Präsident der Kartoffelproduzenten, nimmt zur aktuellen Marktlage Stellung.

«Schweizer Bauer»: Wie beurteilen Sie die Richtpreise 2019?
Ruedi Fischer: Die Richtpreise wurden anhand der Ertragserhebung festgelegt. Die Verhandlungen liefen hart, aber fair ab. Allgemein herrscht derzeit eine gesunde Situation auf dem Kartoffelmarkt. Dies auch dank einer ausgeglichenen Marktlage oder zum Teil sogar einer eher knappen Versorgung. Um auch weiterhin eine gesunde Marktlage zu haben, rufe ich alle Kartoffelproduzenten dazu auf, keine unterpreisigen Kartoffeln auf den Markt zu bringen und sich an die Übernahmebedingungen zu halten. Für Fragen steht die Geschäftsstelle der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten (VSKP) gerne zur Verfügung

Das Kaliber für die Chips-Sorten wurde für die Ernte 2019 geöffnet. Wieso? 
Damit vor allem zum Start der Verarbeitungssaison genügend Ware verfügbar ist. Schon seit längerer Zeit haben wir das in der Branche diskutiert und nun umgesetzt. Für mich ein Beispiel von guter Zusammenarbeit. Aufgrund von Lieferengpässen und ungenügenden Stärke- und Backtests hatten die Fritesverarbeitungsbetriebe einen schwierigen Start in die neue Saison.

Braucht es auch mehr Fläche für Verarbeitungskartoffeln?
Nein, die Kartoffelfläche sollte auf keinen Fall ausgedehnt werden. Bei den festkochenden Speisekartoffeln hat man die Fläche bewusst reduziert. Das ist mit ein Grund, wieso wir heute eine gesunde Situation auf dem Markt haben.

Wie läuft es auf dem Markt für Biokartoffeln?
Auch hier sollte die Fläche nicht weiter zunehmen. 2019 dürfte der Biokartoffelmarkt einigermassen ausgeglichen verlaufen, da die Ernte laut Ertragserhebung zwar gut, aber nicht sehr gut ausfallen wird.

Läuft die Kartoffelkontrolle bei den Abnehmern fair ab?
Ja, ich bin überzeugt, dass unsere Kartoffeln fair kontrolliert werden. Ich appelliere aber an die Kontrolleure, dass sie in Grenzfällen Augenmass walten lassen und bei der Kommunikation der Resultate gegenüber den Produzenten das nötige Fingerspitzengefühl walten lassen. Die Produzenten müssen aktuell schon genügend ungerechtfertigte Negativschlagzeilen ertragen.  

Produzentenrichtpreise über mittleren Preisband 

Aufgrund des Flächenrückgangs im Frischkonsum und einer etwas tieferen Nachfrage, befinden sich die Produzentenrichtpreise 2019 bei allen Speisesorten über dem mittleren Preisband (MPB). Der Richtpreis für festkochenden Sorten wie Annabelle, Charlotte, Ditta, Erika, Gourmandine, Queen Anne, Venezia und Vitabella wurde auf 49.50 Fr./100 kg (MPB: Fr. 47.50) angesetzt. Für die mehligkochenden Sorten Challenger, Concordia, Jelly, L. Felicia, Laura, Marabel und Victoria beträgt der Preis 47.15 Fr./100 kg (MPB: Fr. 43.20). 

Bei den Industriesorten liegt der Produzentenrichtpreis ebenfalls mehrheitlich über dem mittleren Preisband. Die Nachfrage ist weiter steigend, die Erträge sind mehrheitlich leicht tiefer. Bei der bedeutendsten Frites-Sorte Agria liegt der Preis bei 42.15 Fr./100 kg (MPB: Fr. 41.60). Für die wichtigen Chips-Sorten Lady Claire und Pirol gilt neu ein Preis von 43.60 Fr./100 kg und 42.80 Fr./100 kg (MPB: Fr. 42.65). 

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