21.03.2015 08:45
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Milch
Heidi-Milch soll Hornmilch sein
Bei der Heidi-Milch gibts für die Bergbauern keine Prämie. Nun fordert Armin Capaul 10 Rappen Zuschlag für Hornmilch.

Bergbauer Armin Capaul aus Perrefitte BE will, dass Kühe ihre Hörner behalten dürfen. Er sammelt Unterschriften für die Hornkuhinitiative. Besitzer von Kühen und Ziegen sollen einen Beitrag pro Tier vom Bund erhalten. Bis März 2016 will er mit seinem Komitee mindestens 100'000 Unterschriften für eine Volksinitiative sammeln. Er will aber nicht nur politisch etwas für Horntiere tun, sondern jetzt auch Grossverteiler und Konsumenten in die Pflicht nehmen.

Prämie von 10 Rappen

So fordert Capaul konkret, dass für die Heidi-Milch der Migros in Zukunft ausschliesslich Milch von horntragenden Kühen verwendet wird. «Für die Hornmilch soll die Migros eine Prämie von 10 Rappen pro Kilogramm ausrichten», verlangt er. So könne die Migros mit gutem Beispiel vorangehen und viel für das Tierwohl bewegen. Die Marge der Migros bei der Heidi-Milch (Hochpast) sei gross genug, um die 10 Rp./kg aufzufangen, die Milch müsse deswegen im Laden nicht teurer werden.

Heute stehe auf der  Heidi-Milch-Verpackung ein Zitat aus dem Roman von Johanna Spyri: «Ich habe noch gar nie so gute Milch getrunken.» Capaul weist darauf hin, dass im Jahr 1882, als der Heidi-Roman geschrieben worden sei, noch alle Kühe Hörner getragen hätten. Für ihn grenze die Migros-Werbung deshalb an Betrug.

Migros hat kein Interesse

Die Migros mauert und erklärt auf Anfrage: «Einerseits  können wir das Anliegen von Armin Capaul nachvollziehen. Andererseits halten wir aber das Bedürfnis der Konsumentinnen und Konsumenten nach einer Milch lediglich von Kühen mit Hörnern für zu gering.» Der Aufwand für eine Umstellung wäre zu gross und der resultierende Konsumentenpreis zu hoch, so die Migros.

Auch im Berggebiet würden  viele Bauern ihre Tiere enthornen. Und auf ihre Marge verzichten könne auch eine Genossenschaft wie die Migros nicht, betont die Medienstelle. Für die Heidi-Bergmilch der Migros, die heute im Laden bis 55 Rappen pro Liter  mehr kostet als konventionelle Talmilch, erhalten die Bergmilchlieferanten nicht einen Rappen Prämie. Die Migros begründet dies mit zusätzlichen Direktzahlungen an die Bergbauern und der teuren Logistik.

Immerhin einen Rappen mehr für die Milch von behornten Kühen bezahlt Martin Bienerth, Käser in Andeer GR. Bei der Käserei Urnäsch AR, die es mit ihrem Hornkuhkäse ins Coop-Regal geschafft hat, haben sich alle Lieferanten kostenlos verpflichtet, zukünftig aufs Enthornen der Kälber zu verzichten.

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