20.08.2014 11:21
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Hochdorf: Höhere Auslastung und Lizenz für China
Der Nahrungsmittelhersteller Hochdorf befindet sich auf Wachstumskurs: In der ersten Jahreshälfte hat die Gruppe im Vorjahresvergleich eine Umsatzsteigerung um ein Fünftel erzielt und den Gewinn mehr als verdreifacht. Für die zweite Jahreshälfte geht das Unternehmen von einem sinkenden Milchpreis aus. Die Produktionswerke in der Schweiz wurden für den chinesischen Markt lizenziert.

Hochdorf verzeichnete mit einem Umsatz von 220,7 Mio. Fr. ein Wachstum von 20,9 Prozent. Dies ist sowohl auf höhere Milchpreise als auch auf grössere Verkaufsmengen zurückzuführen, wie die Luzerner Gruppe am Mittwoch bekannt gab.  Die insgesamt bessere Anlagenauslastung schlug sich im Ertrag nieder: So belief sich der Betriebsgewinn (EBIT) auf 10,2 Mio. Fr. gegenüber 4,4 Mio. Fr. im Vorjahr. Der Reingewinn kletterte von 1,8 Mio. Fr. auf 6,3 Mio. Franken.

Hochdorf verarbeitete im ersten Halbjahr 2014 225,9 Mio. Kilo Milch, Molke und Permeat. Das sind 11,5 Prozent oder 26 Millionen Kilo mehr als in der Vorjahresperiode.

20 Prozent mehr Milch verarbeitet

In Sulgen TG und Hochdorf LU wurden im Vergleich zum Vorjahr rund 20 Prozent mehr Milch verarbeitet (189 Mio. kg). Die Gruppe führt dies einerseits auf die allgemeine Milchmengenzunahme zurück, andererseits aber auch auf Einschränkungsmilch beim Emmentaler Käse. Um die höhere Milchmenge verarbeiten zu können, wurde in den milchreichen Monaten deutlich weniger Molke angenommen und zu Pulver verwertet (-31%).

Das Werk von Hochdorf in Litauen verarbeitete mit 26,4 Mio. kg in etwa dieselbe Milch- und Molkenmenge wie im Vorjahr. Dank dem Einkauf und der Verarbeitung von zusätzlichem Milchkonzentrat konnte die verkaufte Produktemenge jedoch um über 20 Prozent gesteigert werden.  

Für China lizenziert

Forciert wird weiterhin das Geschäft mit Babynahrung. Und hier konnte Hochdorf einen wichtigen Erfolg verbuchen. Das Audit mit den chinesischen Behörden wurde erfolgreich abgeschlossen, die Werke in Hochdorf und Sulgen sind seit dem 7. Mai für die Produktion für den chinesischen Markt zertifiziert.

Zudem wurde die Produktivität dank verschiedener Massnahmen um 15 Prozent erhöht. „Der Austausch von wertschöpfungsschwächeren Projekten hin zu wertschöpfungsstärkeren Projekten aufgrund der hohen Auslastung ist im Gange“, so Hochdorf. Weil die Anlagen für die Produktion von Babynahrung bald ausgelastet sein werden, wird die Suche nach einem zusätzlichen Werk mit Fokus Deutschland verstärkt.

Im ersten Halbjahr konnte Hochdorf Nutricare ein Umsatzwachstum von 18,1 Prozent verbuchen. Bei Hochdorf Nutrifood hingegen sank der Umsatz leicht. Dies ist auf das rückläufige Backwarengeschäft zurückzuführen.

Ausblick gedämpft

Für das Gesamtjahr bekräftige die Hochdorf-Gruppe ihr Ziel, 10 Prozent an Umsatz zuzulegen. Im Bereich Babynahrung wird ein Wachstum von 18 bis 22 Prozent angestrebt. Das zweite Halbjahr werde aber sowohl in Bezug auf den Umsatz als auch auf den Erfolg nicht mit dem Ersten mithalten können, hält Hochdorf fest. Als Hauptgrund fügt das Unternehmen die saisonal anfallenden Milchmengen mit dem Hauptaufkommen in den Monaten April bis Juni sowie die in ihrer Höhe noch nicht absehbare Lücke im Bereich der Schoggigesetzmittel an.

Im Vergleich mit dem 2. Halbjahr 2013 wird aber mit leicht höheren Milchmengen gerechnet. Hochdorf erwartet einen leicht sinkenden Milchpreis. „Dies nicht zuletzt aufgrund der neuesten internationalen Preisentwicklungen“, so Hochdorf. Da der A-Milchpreis  zu wenig rasch sinke, wachse die Preisdifferenz zum internationalen Milchpreis. Dies führe zu einer immer grösseren Lücke bei den Schoggigesetzmitteln.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE