5.04.2018 09:38
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Milchmarkt
Hochdorf: Rekord bei Reingewinn
Der Milchverarbeiter weist für das vergangenen Geschäftsjahr einen Reingewinn von 40,8 Millionen Franken aus und damit so hoch wie noch nie. Grund für das starke Ergebnis war die Tochtergesellschaft Pharmalys.

Der Ende 2016 getätigte Zukauf des Vermarkters von Babynahrung beflügelte die Umsätze beim Luzerner Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr. Der Verkaufserlös nahm um rund 11 Prozent auf 600,5 Millionen Franken zu, wie aus den am Donnerstag publizierten Zahlen hervorgeht.

Deutlich weniger Produkte verkauft

Der operative Gewinn vor Abzug von Steuern und Zinsen (Ebit) verbesserte sich um fast 90 Prozent auf 42,6 Millionen Franken. Auch bei der Profitabilität legte der Konzern zu. Die entsprechende Marge sei mit 7,1 Prozent über dem Jahres-Zielband von 6,1 bis 6,6 Prozent zu liegen gekommen. Der Reingewinn hat sich indes mit 40,8 Millionen Franken mehr als verdoppelt. Das Unternehmen beantragt eine Dividende von 4 Franken pro Aktie und damit 20 Rappen mehr als im Vorjahr.

Die höheren Erträge erreichte der Konzern, obwohl er insgesamt weniger Produkte verkaufte (-19,6 Prozent). Im Geschäftsjahr 2017 verkaufte die Hochdorf-Gruppe Produkte im Umfang von 190'499 Tonnen. Es wurde weniger Milch, Rahm, Molke und Milchpermeat verarbeitet (-12,4 Prozent), insgesamt waren es 650'017 Tonnen. Grund für das Umsatzplus seien höhere Rohstoffpreise und die erwähnten höheren Erträge im Bereich Babynahrung gewesen, schreibt Hochdorf.

Dairy Ingredients: Negatives Ergebnis im Inland

Im grössten Geschäftsbereich, Dairy Ingredients (Milchpulver und andere Milchingredienzen), steigerte Hochdorf den Umsatz um 3 Prozent auf 405 Millionen Franken. Der Anteil am Gruppenumsatz liegt somit bei 67 Prozent. Das Geschäft war herausfordernd, schreibt Hochdorf. Rekordhohe Preise für Milchfett und eine Preisbaisse für Milchproteine und Magermilchpulver ergaben leichte Vorteile für das Werk in Deutschland und grosse Nachteile für das Werk in Litauen. In der Schweiz bewegten sich die Milchfettpreise nur minim, die Milchproteinpreise waren aber ebenfalls deutlich tiefer als im Vorjahr.

In der Schweiz verarbeitete Hochdorf dieselbe Flüssigmenge (409'000 Tonnen) wie 2016. Die Auslastung der Anlage bezeichnet das Unternehmen als hoch. «Die reduzierten «Schoggigesetz»-Beiträge und zu wenig B-Milch für die vertraglich vereinbarten Exportprodukte beeinflussten die Marge deutlich», hält der Milchverarbeiter fest. Zusammen mit den tiefen Proteinpreisen führte dies insgesamt zu einem negativen Ergebnis im Schweizer Dairy Ingredients-Geschäft.

In Litauen wurden aufgrund der hohen Milchpreise und der tiefen Proteinpreise 20 Prozent weniger Milch und Molke verarbeitet (noch 45.6 Mio. kg). In Deutschland brach die verarbeitete Milchmenge um 30 Prozent auf 194 Mio. kg ein. Hauptverantwortlich war die im Vorjahresvergleich deutlich tiefere Quarkproduktion sowie rückläufige die Butter- und Pulverproduktion. Einschneidend war für das Werk die zeitweise Stilllegung der Quarkproduktion ab Ende Oktober 2017.

Babynahrung mit Wachstumssprung

Der Geschäftsbereich Babynahrung ist der Umsatz dank der Mehrheitsbeteiligung an Pharmalys um 37 Prozent auf 169 Mio. Franken gestiegen. Der Anteil am Konzernumsatz beträgt nun 28 Prozent. Die Anlagen der Swiss Nutrition AG zur Produktion von Babynahrung waren im zweiten Halbjahr gut bis sehr gut ausgelastet – und lagen auf dem hohen Vorjahresniveau. Der Umsatzverlust aus dem ersten Halbjahr konnte nicht mehr aufgeholt werden. In Sulgen wurden due Produktions- und Abfüllanlagen ausgebaut.

Der Geschäftsbereich Frühstücksflocken erhöhte den Umsatz um 4.6 Prozent auf 26.6 Millionen Franken. Zufrieden zeigt sich Hochdorf mit der Marbacher Ölmühle in Deutschland. Mit der Übernahme der Zifru Trockenprodukte und der Marke Snapz wird der Bereich weiter gestärkt. 

2018 Übergangsjahr

Hochdorf stellt für 2018 ein Übergangsjahr in Aussicht. Der Konzern verfolge mehrere Projekte wie etwa eine stärkere Vermarktung von Babynahrung, da sich aus dem Zukauf höhere Kapazitäten ergeben. Hochdorf will ausserdem das Geschäft mit gesunden Kindernahrung und Snacks vorantreiben und neue Produkte im Bereich Milchinhaltsstoffe auf den Markt bringen.

Das Schweizer Dairy Ingredients-Geschäft soll mit verschiedenen Massnahmen (konkret wurde Hochdorf nicht) wieder profitabel gestaltet werden. Der Konzern erwartet demnach einen Jahresumsatz von 600 bis 630 Millionen Franken sowie eine Ebit-Marge von 7 bis 7,5 Prozent. 

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