12.09.2013 16:54
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Milchmarkt
Hochdorf restrukturiert und investiert
Der Milchpulverspezialist Hochdorf will ein Spar- und Effizienzprogramm durchsetzen, mit dem zwei bis vier Millionen Franken eingespart werden können. Künftig soll zudem vermehrt auf eine Wertschöpfungs-Strategie gesetzt werden.

Der Produktions- und Produktmix werde einer sorgfältigen Analyse unterzogen, teilte Hochdorf mit. Dabei soll es zu Produkttransfers zwischen den zwei Werken in der Schweiz kommen, um effizientere Abläufe zu ermöglichen.

Sparpotential bis 4 Millionen Franken

Stärker zentralisiert werden soll der Bereich Logistik. Unter anderem werden künftig 1‘000 bis 1‘500 Container direkt an der Rampe am Produktionsstandort Sulgen verladen. Ebenfalls gestrafft wird die Organisation der Hochdorf-Gruppe. Sie soll stark vereinfacht werden. Details dazu werden noch ausgearbeitet, wie Hochdorf schreibt.

Das gesamte Programm soll Verbesserungen im Rahmen von zwei bis vier Millionen Franken ermöglichen. Umgesetzt werden sollen die Massnahmen bis Ende 2014.

Babynahrung als Wachstumstreiber

Die erfolgreiche Babymilchsparte will das Unternehmen weiter pushen. Bis ins Jahr 2016 will Hochdorf mit Babynahrung einen Umsatz von 100 bis 120 Millionen Franken erzielen. Dazu wurden zahlreiche Verträge mit asiatischen Partnern geschlossen. Vornehmlich sind diese im Reich der Mitte angesiedelt. Im ersten Halbjahr wurde im Babynahrungs-Segment ein Umsatzwachstum von 21,3 Prozent realisiert.

Dieses rasche Wachstum sei notwendig, damit die in Sulgen erstellte Anlage zur Herstellung von Babynahrung möglichst rasch ausgelastet werden könne, heisst es im Communiqué. «Die Anlage wurde vorausschauend für europäische Verhältnisse konzipiert. Deshalb müssen wir im Bereich Babynahrung noch eine Volumenstrategie verfolgen», lässt sich Hochdorf-Chef Thomas Eisenring zitieren. Die Vollauslastung ist für kommendes Jahr vorgesehen. «Sobald der Turm voll ausgelastet ist, wechseln wir schrittweise von der Volumen- zu einer Wertschöpfungsstrategie», hält Eisenring fest.

Molkeverarbeitung wird ausgeweitet

Weil im ersten Halbjahr 2013 rund 20 Prozent weniger Milch verarbeitet werden konnte, steigerte Hochdorf die Molke-Verarbeitung. Die Molke wird derzeit vornehmlich zu Tierfutter verarbeitet, was nur eine geringe Wertschöpfung erlaubt. «Wir haben uns entschieden, im Bereich der Molke eine Wertschöpfungsstrategie zu fahren und die Molkeverarbeitung auszubauen. Das Ziel ist es, hochwertige Laktose und Molkeprotein herzustellen. Diese Produkte erzielen am Markt eine weitaus höhere Wertschöpfung und können direkt in der Herstellung von Babynahrung eingesetzt werden», erklärt CEO Eisenring. Dafür werden rund vier Millionen Franken investiert. Ab 2016 wird mit einem höheren Ertrag von rund zwei Millionen Franken pro Jahr bei den Molkeprodukten gerechnet.

Eisenring rechnet 2013 mit einem signifikant besseren Abschluss als 2012. «Wir rechnen wir mit einem den Umständen entsprechend befriedigendem Jahresabschluss», stuft Thomas Eisenring die aktuelle Ertragssituation ein. Das Ergebnis 2013 soll gemäss dem CEO  in den nächsten zwei Jahren in etwa verdoppelt werden können.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE