13.03.2017 08:01
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Hochdorf
Hochdorf steigert Gewinn um 50%
Der Milchverarbeiter Hochdorf hat im Geschäftsjahr 2016 mehr verdient. Der Reingewinn erhöhte sich um 49,0 Prozent auf rekordhohe 19,4 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 11,5 Prozent auf 22,5 Millionen Franken zu.

Zum erfreulichen Resultat habe vor allem das Schweizer Geschäft beigetragen, schreibt Hochdorf in einer Mitteilung vom Montag. Die ausländischen Werke bekamen demnach den raueren Wind des internationalen Milchmarktes zu spüren. Die Gruppe verarbeitete insgeaamt 741'769 Tonnen Milch, Rahm, Molke und Milchpermeat, 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang erklärt Hochdorf einerseits mit der schwierigen Marktlage im Bereich Dairy Ingredients und andererseits mit einem teilweise ungünstigen Verhältnis von Rohstoff-Einkauf und dem Marktpreis für den Verkauf von Dairy Ingredients Produkte.

Mehr teurere Produkte verkauft

Die guten Ertragszahlen wären ohne die 2014 eingeleiteten organisatorischen und strukturellen Anpassungen nicht erzielbar gewesen, heisst es weiter in der Mitteilung. Der damals gewählte Weg mit dem Fokus auf die drei Geschäftsbereiche, mit teilweise eigener Logistik vor Ort in Sulgen, mit der Anpassung des Produktsortiments und mit verschiedenen weiteren Massnahmen erweise sich als richtig. Im Vergleich zum Vorjahr arbeitete Hochdorf deutlich profitabler. Vom Umsatz blieben 4,1 Prozent als EBIT übrig, 2015 waren es noch 3,7 Prozent. Damit hat das Unternehmen das selbstgesteckte Ziel erreicht.

Ein Hinweis darauf, dass Hochdorf vermehrt teurere Produkte absetzen konnte, findet sich im Vergleich von Umsatz und verkaufter Menge. Die verkaufte Menge sank zwar um 2,6 Prozent. Der Umsatz blieb jedoch stabil bei 551,5 Millionen Franken. Das ist laut Hochdorf vor allem höheren Umsätzen mit Babynahrung zu verdanken ist. Allerdings bremsen derzeit noch Kapazitätsengpässe das wachstumsstarke Baby-Care-Geschäftsfeld aus. Ab spätestens dem zweiten Quartal 2018 würden zusätzliche Produktionskapazitäten zur Verfügung stehen, kündigte Hochdorf an.

Schweiz: Weniger Milch verarbeitet

Dieser Bereich hat 2016 einen Umsatzverlust von 3.2 Prozent auf 401.9 Mio. Fr. hinnehmen müssen. Dazu trug das Schweizer Geschäft 211.8 Fr. Mio. (-6.9%), die Hochdorf Baltic Milk UAB 19.8 Mio. Fr. (-21.7%) und die Uckermärker Milch GmbH 170.3 Mio. Fr. (+4.7%) bei. Die tieferen Umsätze liegen in den tieferen Milchpreisen begründet. Uckermärker konnte den Umsatz dank dem starken Preisanstieg bei der Butter in der zweiten Jahreshälfte und mit der preislich «attraktiveren» Verwertung der Buttermilch steigern.

In der Schweiz verarbeitet Hochdorf 5.2 Prozent mehr Flüssigmenge. Insgesamt wurden 409'119 Tonnen verarbeitet. Die angelieferte Milchmenge war nach den sehr hohen Mengen im ersten Halbjahr stark rückläufig, hält Hochdorf fest. Insgesamt wurden 315'553 Tonnen Milch verarbeitet, 2.9 Prozent weniger als 2015. Die verarbeitete Menge Molke erhöhte sich markant um 44.9 Prozent auf 79'752 Tonnen. Hochdorf setzt diese Produkte in der Babynahrung ein.

Litauen: «Produkte nicht konkurrenzfähig»

In Litauen lief es dem Luzerner Unternehmen weniger gut. Die verkaufte Menge sank um 25.2 Prozent auf 13'261 Tonnen. Für den Rückgang macht Hochdorf «die politisch begründeten hohen litauischen Milchpreise» und die schlechte Marktlage verantwortlich. Litauische Milchprodukte seien so international nicht konkurrenzfähig.

Mit 271'700 Tonnen Milch, Milchpermeat, Buttermilch und Rahm verarbeitete die Uckermärker Milch GmbH auf ihren Anlagen -8.4% weniger Flüssigkeiten als im Vorjahr (296'696 Tonnen). Die Butterei sowie die Abfüllanlage für Buttermilch waren ganzjährig gut ausgelastet.

Babynahrungsgeschäft wächst weiter

Der Geschäftsbereich Baby Care steigerte den Umsatz um +11.8% auf 123.4 Mio. Fr. erhöhen. Die erfolgreiche Optimierung der bestehenden Produktionsanlagen sowie des Kunden- und Produktportfolios ermöglichten das Umsatzplus, schreibt Hochdorf. Die verkaufte Menge stieg demgegenüber nur um +2.4% auf 17'159 Tonnen. Produktionsengpässe sollen bis Mitte 2018 behoben werden.

Der Geschäftsbereich Cereals & Ingredients erhöhte 2016 den Umsatz um 3.2 Prozent auf 25.7 Mio. Fr. Dazu trug das Schweizer Geschäft 18.4 Mio. Fr. bei. Die verkaufte Produktemenge reduzierte sich um -6.3% auf 3'449 Tonnen.

Hochdorf rechnet mit höheren Milchpreisen

Die internationalen Milchmärkte haben sich in den vergangenen Monaten erholt. Hochdorf rechnet bei gleichbleibender Milchmenge mit leicht höheren Preisen. Der Umsatz der Gruppe soll 2017 auf 635 - 670 Mio. Fr. steigen. Die EBIT-Marge soll zwischen 6,1 bis 6,6 Prozent zu liegen kommen.

Wechsel an der Spitze

Im laufenden Jahr wird es beim Milchpulver- und Babynahrungshersteller zu zwei Abgängen im Verwaltungsrat kommen. Auf die Generalversammlung vom 5. Mai hin treten Präsident Josef Leu und Verwaltungsrätin Meike Bütikofer zurück. Leu war während 14 Jahren Mitglied im Verwaltungsrat, seit 2014 amtete er als Präsident.

Somit wird der Verwaltungsrat - wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt - wieder auf sieben Personen reduziert. Für das Verwaltungsratspräsidium wird Daniel Suter zur Wahl vorgeschlagen. Der Verwaltungsrat beantragt zudem, die Dividende von 3,7 auf 3,8 Franken zu erhöhen. Damit werde eine Dividendenrendite von 1,23 Prozent per Ende 2016 erreicht. 

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