1.04.2016 07:35
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Schafe
Höhere Lämmerproduktion Anfang Jahr
Aktuell sind die Lämmerpreise trotz Osterzeit tiefer als vor einem Jahr. Das hat auch mit dem milden Winter zu tun.

Der Proviande-Preis für T3-Lämmer fiel Ende Januar auf 11.20 Fr./kg Schlachtgewicht und liegt jetzt, an Ostern, immer noch auf diesem Niveau. Letztes Jahr waren es zur gleichen Zeit 11.80 Fr./kg SG. «Anfang 2016 hatten wir mit einer flauen Nachfrage zu kämpfen. Zusätzlich kamen die Lämmer neben dem saisonal üblichen Überangebot früher und mit hohen Gewichten auf den Markt. Dies wegen der guten Futtergrundlage auf den Winterweiden», nennt Werner Wicki, Vize-Präsident des Schweizerischen Schafzuchtverbandes, die Gründe für den tieferen Preis. 

In den ersten acht Wochen wurden gegenüber dem Durchschnitt der letzten drei Jahre 4,5 Prozent mehr Lämmer geschlachtet. An den öffentlichen Märkten mussten Tiere zugeteilt werden. IP-Suisse-Lämmer flossen in einigen Regionen in den QM-Kanal. «Dies führte bei den Produzenten zu schmerzlichen Einkommenseinbussen», bedauert der Schafzüchter aus Sörenberg LU. Damit dies nicht mehr in diesem Ausmass passieren könne, werde IP-Suisse die Dispositionsplanung mit den Produzenten und Abnehmern professionalisieren.

Auf Ostern wurden Aktionen mit Lammfleisch durchgeführt, die Nachfrage ist markant gestiegen und das vorhandene Lämmerangebot ist mit der Auflösung der Winterweiden bald abgeräumt. «Ab April wird sich das Angebot verknappen, was zu einem Preisanstieg führen wird», prognostiziert Wicki. «Produzenten, welche asaisonal schlachtreife Tiere liefern können, werden von der positiven Preisentwicklung profitieren.»

Die Produktion von Lammfleisch schwankt saisonal stark. Besonders gross ist sie im Frühling vor Ostern und im Herbst nach der Sömmerung. Der Selbstversorgungsgrad der Schweiz beträgt knapp 40 Prozent, der Rest wird vor allem aus Australien und Neuseeland eingeführt.

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