9.07.2020 10:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Futtermittel
Import-Soja immer nachhaltiger
Die Schweiz hat 2019 rund 260'000 Tonnen Soja eingeführt, je zur Hälfte aus Europa und Brasilien. Nach zehn Jahren zieht das Soja Netzwerk Schweiz eine positive Bilanz bei der Nachhaltigkeit. Die entsprechenden Kriterien wollen die Organisationen im Netzwerk nun auf andere Agrarrohstoffe ausdehnen.

Die sogenannten Basler Kriterien für einen nachhaltigen Sojaanbau riefen Coop und der Umweltverband WWF 2004 ins Leben. 2015 stammten 94 Prozent des Importsojas aus nachhaltigem Anbau, wie das vor zehn Jahren gegründete Netzwerk am Donnerstag in Bern vor den Medien bekannt gab.

Abholzungsfreie Gebiete

In dem Netzwerk arbeiten Branchenakteure an der ökologischen und sozialen Verbesserung des Sojaanbaus vorab in Brasilien. Sie setzen dabei auf Vorgaben für die Produzenten und lassen diese von unabhängigen Stellen überwachen und zertifizieren. In einer vom Bundesamt für Umwelt finanzierten Studie weist die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) nach, dass die Kriterien durchaus Wirkung entfalten.

Die Nachhaltigkeitsstandards Proterra und Round Table of Responsible Soy (RTRS) garantierten demnach, dass die Soja-Importe aus abholzungsfreien Gebieten stammten, keine ausbeuterischen Arbeitsbedingungen bestanden und Konflikte mit lokalen Gemeinschaften ausgeschlossen waren. Verbesserungspotenzial ortete die Studie bei der Biodiversität und bei der Reduktion von Pflanzenschutzmitteln.

Auf Nachfrage aus Schweiz eingestellt

Brasilianische Produzenten und internationale Agrarkonzerne wie ADM, Amaggi oder Bunge hätten sich auf die Nachfrage aus der Schweiz eingestellt und böten zertifizierte und gentechfreie Soja an. Das zeigt gemäss der Studie, dass die Schweiz trotz ihrem kleinen Marktanteil Einfluss auf die Lieferkette nehmen kann. Dies ist umso bemerkenswerter, als Futter-Soja ein austauschbarer, weltweit an den Börsen gehandelter Rohstoff ist.

Die Forscher raten dem Netzwerk, die Kriterien weiter zu entwickeln und seine Erfahrungen mit Akteuren in Europa zu teilen, damit sich als nachhaltig zertifiziertes Soja stärker durchsetzt. Auch andere Futtermittelkomponenten sollten nachhaltig beschafft werden. Dazu erklärten sich die 29 Mitgliederorganisationen des Netzwerks bereit, wie es weiter hiess.

Neuer Präsident

«Die Sicherung der Nachhaltigkeit erfordert grosses Engagement. Das Soja Netzwerk zeigt, dass mit Beharrlichkeit und gemeinsamen Anstrengungen auf allen Ebenen Resultate erzielt werden können. An dieser Erfolgsgeschichte gilt es weiterzuarbeiten», bilanzierte Soja-Netzwerk-Präsident Martin Rufer, der auch Direktor des Schweizer Bauernverbandes ist. Mit dem zehnjährigen Jubiläum übergibt Martin Rufer das Netzwerk-Präsidium turnusgemäss an Christian Oesch, Geschäftsführer Vereinigung der Schweizer Futtermittelfabrikanten (VSF)

Zum Netzwerk gehören unter anderen die Detailhändler Migros, Coop Denner und Lidl, die Metzgerei Bell, der Bauernverband, Biosuisse, die Futtermittelhersteller Meliofeed und UFA, die Vereinigung Schweizerischer Futtermittelfabrikanten (VSF), WWF Schweiz und der Agrarkonzern Fenaco.

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