22.04.2015 07:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Detailhandel
IP-Suisse gibt Aldi den Käfer nicht
Aldi führt mit «Nature Suisse» ein eigenes IP-Label ein. Die Geschichte mit dem Aldi-Bio-Label wiederholt sich. IP-Suisse gestattet Aldi die Verwendung des Labels nicht, obschon effektiv IP-Produkte verkauft werden.

Der deutsche Discounter Aldi bemüht sich um Nachhaltigkeit und um Swissness. Deshalb hat Aldi vergangene Woche die Lancierung eines neuen Nachhaltigkeitsprogramms angekündigt. Dazu gehört die Einführung von IP-Produkten.

IP will nicht mit Aldi

Doch anstatt des bekannten IP-Suisse-Käfers prangt auf den Aldi-IP-Produkten ein eigenes IP-Label namens «Nature Suisse». Auf die Frage, warum Aldi nicht mit der Produzentenorganisation IP-Suisse zusammenarbeitet, antwortet der Aldi-Sprecher Alain Bollschweiler: «Hier spielt sich eine ähnliche Geschichte wie bei der Bio Suisse ab. Es fanden verschiedene Gespräche mit der IP-Suisse statt. Doch leider verwehrt uns die IP-Suisse nach wie vor das Käfer-Logo, obwohl Aldi Suisse sämtliche Anforderungen erfüllt.»

IP-Suisse-Geschäftsführer Fritz Rothen bestätigt, dass aktuell Aldi das Logo IP-Suisse bzw. der Schriftzug nicht zur Verfügung gestellt werde. Im IP-Suisse-Vorstand sei intensiv über Aldis Philosophie, die vorgesehenen Mengen und Produkte, welche unter dem IP-Label in Aldi verkauft würden, diskutiert worden: «Unser Vorstand entschied, in Anbetracht der relativ kleinen Mengen an IP-Produkten Aldi die Verwendung des Begriffs und des Logos von IP-Suisse vorerst nicht zu gestatten. Aldi hätte IP-Suisse nur als ‹Unterstützer› für die Eigenmarke ‹Nature Suisse› brauchen wollen.»

Mengen bleiben offen

So sei Aldi beim Schweinefleisch mit etwa acht IP-Produkten vor zwei Jahren gestartet und sei mittlerweile bei der Sortimentsausdehnung nicht gross weitergekommen. Unter welchen Bedingungen IP-Suisse Discounter Aldi die Verwendung des «Käfers» eventuell doch gestatten würde, werde die Zukunft zeigen, so Rothen. Fakt sei, dass Aldi auf dem Markt IP-Suisse-Produkte kaufe. Und dagegen habe IP-Suisse grundsätzlich nichts.

Zur Frage, wie viele IP-Produzenten bereits für Aldi produzieren und in welchen Mengen, will sich Aldi-Sprecher Bollschweiler nicht äussern. Aldi biete IP-Produkte vor allem in den Bereichen Frischfleisch, Charcuterie, Eier, Mehl, Brot und Kartoffeln an, erklärt er zum IP-Sortiment.

Zertifizierung findet statt

Fakt sei, dass «Nature Suisse»-Produkte gemäss Richtlinien der IP-Suisse produziert würden. «Wir garantieren daher die Schweizer Herkunft, eine artgerechte Aufzucht und Fütterung, natürliches Wachstum, schonende Transporte der Tiere sowie einen respektvollen Umgang mit unserer Umwelt. Hilfsstoffe dürfen nur begrenzt und nach genauer Bedarfsabklärung verwendet werden», so Bollschweiler.

Die Produktionsbedingungen von Aldis «Nature Suisse»-Produzenten werden von der unabhängigen und akkreditierten Organisation ProCert auditiert, was auch auf den Verpackungen entsprechend deklariert sei, so der Aldi-Sprecher.

Aldi möchte Knospe

Aldi führt mit «Nature Suisse Bio» ein eigenes Bio-Label. Doch eigentlich wäre man bei Aldi grundsätzlich nach wie vor an einer Auslobung der Bio-Produkte mit dem Knospe-Label interessiert. «Ein unabhängiges Bio-Label, welches für Produkte vergeben wird, die nach den festgelegten Richtlinien hergestellt wurden, würde dem Endverbraucher eine bessere Orientierung ermöglichen», sagt Aldi-Sprecher Alain Bollschweiler. Für zukünftige Gespräche stehe Aldi weiterhin gegenüber der Bio Suisse offen. sam

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