10.06.2020 13:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Bettina Kiener
Schweinemarkt
IP-Suisse will höhere Labelprämie
Labelproduzenten von Schlachtschweinen sind unter Druck. Für weniger Geld müssen sie ab dem nächsten Jahr mehr leisten.

Ab 2021 übernimmt IP-Suisse die 220'000 CNf-Schlachtschweine von Coop und wird diese zusammen mit den IP-Suisse-Schlachtschweinen unter einem gemeinsamen Label führen. Eine Vereinheitlichung für die Konsumentinnen und Konsumenten. Eine Vereinheitlichung im Bereich Tierwohl. Zumindest fast. 

Wichtigste Änderungen

CNf-Produzenten müssen im Bereich Biodiversität aktiv werden und das Biodiversitätspunkteprogramm von IP-Suisse erfüllen. Laut dem Verein sind rund zwei Drittel der CNF-Produzenten bereits Mitglied bei IP-Suisse. Davon erfüllen jedoch noch nicht alle die Biodiversitätsanforderungen. Die Gesamtfläche pro Tier wird auf CNf-Niveau angehoben und dementsprechend erhöht. Allerdings nur für Neuproduzenten und bei bisherigen Produzenten nur bei Neu- und Umbauten. Da stellt sich die Frage, ob überhaupt noch umgebaut wird bei strengeren Anforderungen und einer nicht zwingend höheren Entschädigung. 

Eine der wichtigsten Neuerungen dürfte sein, dass jährlich eine unangemeldete Kontrolle durch den Schweizer Tierschutz (STS) durchgeführt wird. Die Zusammenführung der beiden Labels bedeutet für die CNf- wie auf für die IPS-Produzenten zusätzlichen Aufwand. Werden deshalb auch die Labelprämien angehoben?

Druck auf Abnehmer

Suisseporcs erwarte von den Detailhändlern, dass diese die Anstrengungen der Produzenten mit einer angemessenen Labelprämie entschädigen würden, sagte Suisseporcs-Präsident Meinrad Pfister im Interview mit dem «Schweizer Bauer» vom Samstag. Und Raphael Helfenstein von Suisseporcs doppelt nach, dass die Schweinehalter daran interessiert seien, dass die Mehrleistung im Stall verursachergerecht entschädigt werde und beim Schweinehalter auch ankomme.

Auch IP-Suisse werde sich bei den Hauptabnehmern dafür einsetzen, dass die Labelprämien ab dem nächsten Jahr etwas angehoben werde, verspricht Hofer.  Die Labelprämie für IPS-Schweine und ab dem nächsten Jahr auch für die CNf-Schweine bewegt sich zwischen 20 bis 40 Rp. und wird je nach Marktsituation angepasst. In den letzten Jahren betrug die durchschnittliche Prämie für IPS-Schweine 29 Rp.

Labelanteil

65% aller in der Schweiz lebenden Schweine werden in BTS-Ställen gehalten, und 50% der Tiere haben regelmässigen Auslauf. Auf Stufe Fleischverkauf sind aber nur rund 30% der Menge mit einem Label zertifiziert. bki

 

 

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