31.01.2020 12:16
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Wirtschaft
Käse: Exporte nehmen deutlich zu
2019 war im Exportgeschäft ein gutes Jahr für den Schweizer Käse. Die Ausfuhren legten mengen- und wertmässig deutlich zu. Die Importe nahmen zwar ebenfalls zu, aber nicht so stark wie die Exporte. Die wertmässige Handelsbilanz schloss auf 233.5 Millionen Franken höher ab als 2018.

Rund 45 Prozent der Schweizer Milch wird zu über 700 verschiedenen Schweizer Käsespezialitäten verarbeitet. Davon werden ungefähr 40 Prozent weltweit in über 70 Länder exportiert. Die Ausfuhren sind für die Schweizer Milchwirtschaft sehr wichtig. 

Exportpreis gesunken

2019 wurden gegenüber dem Vorjahr mengenmässig 4.5 Prozent mehr Schweizer Käse, Schmelzkäse und Fertigfondue exportiert. Insgesamt wurden 75‘877 Tonnen Schweizer Käse ausgeführt, 3‘282 Tonnen mehr als 2018.

Auch wertmässig konnte der Export um 3 Prozent gesteigert werden. Insgesamt wurde Käse im Wert von 668 Millionen Franken exportiert. Diese Zunahme führt Switzerland Cheese Marketing (SCM) auf die deutlich gestiegenen Exportmengen zurück. Denn der durchschnittliche Exportpreis lag mit 8.80 Fr./kg leicht tiefer ist als im Vorjahr.

Mozzarella und Halbhartkäse

Die Entwicklungen der verschiedenen Produktekategorien sind allerdings sehr unterschiedlich. Das Plus bei den Ausfuhren basiert auf zwei Kategorien: Eine deutliche Export-Zunahme wurde beim Halbhartkäse 22'762 Tonnen (2'062 t oder +10%) registriert. Ebenfalls stark zugenommen haben die Ausfuhren von Frischkäse&Mozzarella (+32% oder 2000 t) auf 8'267 Tonnen. Dies dürfte auch den tieferen Exportpreis erklären. 

Zugenommen haben die Ausfuhren von Fertigfondue (+7,6% oder 323 t) auf 4567 Tonnen. Rückläufig waren die Exporte in der Kategorie andere Käse mit (-11% oder 565 t) 4559 Tonnen. In den übrigen Kategorien gab es nur leichte Verschiebungen. Die beiden wichtigsten Kategorien beim Export sind Hart- und Halbhartkäse. Insgesamt entfallen auf diese Kategorien 56’801 Tonnen, das sind rund 75 Prozent.

EU wichtigster Markt

Der Hauptabsatzmarkt für Schweizer Käse ist Europa mit über 80% (61‘824t) der exportierten Menge. Davon importiert Deutschland 30‘976 Tonnen Schweizer Käse, dies entspricht gut der Hälfte der Gesamtmenge, welche in die EU exportiert wird. «Die Zunahmen der Exporte in diese Hauptabsatzmärkte sind mit +7 Prozent äusserst erfreulich», schreibt SCM. 

Die Exporte in Länder ausserhalb Europas bildeten sich 2019 hingegen um -458t (-3.2%) auf total 14‘053 Tonnen zurück. «Globale Unsicherheiten, ausgelöst durch Handelsstreitigkeiten, haben diese Märkte etwas abgeschwächt», hält SCM fest.

Importwachstum kleiner als in Vorjahren

Wie in den Jahren zuvor nahmen auch die Käse-Importe zu. Insgesamt wurde 2019 64'319 Tonnen Käse eingeführt, das sind 2.8% oder 1‘761 Tonnen mehr als 2018. Wertmässig erhöhten sich die Einfuhren um 1,6 Prozent 434.1 Millionen Franken.

Mit einem durchschnittlichen Importpreis von 6.77 Fr./kg sind die ausländischen Käse deutlich günstiger als die Schweizer Käse. Die Differenz beträgt rund 30 Prozent. «Das mengenmässige Wachstum hat sich im Vergleich zu 2018 weiter zurückgebildet», schreibt SCM. Rund 82% der Importe stammen aus Italien (22‘817t, +6.7%), Deutschland (17‘206t, +1.9%) und Frankreich (12‘622t, -0.5%). 

Trotz einem Rückgang von -157t (-0.6%) macht die Kategorie «Frischkäse und Quark» knapp 40 Prozent des Imports aus. Zugelegt haben die Kategorien Hartkäse (+502t, +9.8%) und Halbhartkäse (+725t, +6.4%). Nur leicht über Vorjahresperiode sind hingegen der Extra Hartkäse (+92t, +1.9%) sowie der Schmelzkäse (+97t, +2.4%). Ein wichtiger Teil des Imports fliesst gemäss SCM in die preissensible Nahrungsmittelindustrie sowie in die Gastronomie.

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