24.07.2020 12:24
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Käsemarkt
Käse: Importe höher als Exporte
In den vergangenen Jahren hat die Schweiz immer mehr Käse aus- als eingeführt. Im ersten Halbjahr haben die Importe aber so stark zugenommen, dass sie die Exporte mengenmässig überflügelt haben. Switzerland Cheese Marketing führt die Zunahme auf die Coronakrise zurück.

Es ist ja nicht so, dass Schweizer Käse im Ausland nicht mehr gefragt ist. In den ersten sechs Monaten nahmen die Ausfuhren um 2 Prozent auf 34'593 Tonnen zu. Das sind 686 Tonnen mehr als in der Vorjahresperiode. 

Handelsdefizit

Problematisch ist die massive Zunahme von günstigem Importkäse. Insgesamt nahmen die Einfuhren um 15.4 % (+4‘890 t) auf total 36'704 Tonnen zu. Damit handelte sich die Schweiz beim Käse ein Handelsdefizit von 2'111 Tonnen ein. Im ersten Halbjahr 2019 wurde noch ein Überschuss von 2'093 Tonnen realisiert. Die Umwälzungen sind also massiv.

Switzerland Cheese Marketing (SCM) führt diese deutliche Zunahme der Importe auf die Coronakrise zurück. «Aufgrund der Grenzschliessungen wurde der Einkaufstourismus gestoppt, was dazu führte, dass zusätzlich zur Nahrungsmittelindustrie neu auch viele sehr preissensitive Schweizer Einkaufstouristen in der Schweiz einkaufen mussten», heisst es in der Mitteilung.

Mehr Billigkäse importiert

«Günstiger Käse, der früher mit hoher Wahrscheinlichkeit im grenznahen Ausland eingekauft wurde, findet sich deshalb aktuell in der Importstatistik», heisst es weiter. Dies erkläre die starke Importzunahme während des Lockdowns, so SCM. Gestützt wird diese Annahme durch den durchschnittlichen Importpreis. Dieser sank von 6.85 Fr/kg im 2019 auf 6.29 Fr./kg in diesem Jahr.

Einbruch im April und Mai

Trotz der Zunahme der Importe und der Schwierigkeiten der Coronakrise konnte der Schweizer Käse im Ausland zulegen. Insgesamt wurden 34'593 Tonnen ausgeführt, 686 Tonnen mehr als im Vorjahr. Gemäss SCM ist der Start ins 2020 sehr gut gelungen. Von Januar bis März wurde eine Zunahme von +5.6 % verzeichnet. 

In den Monaten April und Mai brachen die Exporte ein, erholten sich aber im Juni erfreulicherweise wieder. Die positiven Entwicklungen sind auf die grösseren Absätze nach Europa (+784 t) und in die USA (+312 t) zurückzuführen. 14'240 t (+1'002 t) wurden nach Deutschland exportiert, gefolgt von Italien (5'347 t, -813t) und Frankreich (2'650 t, +168 t).

Zunahme beim Hartkäse

Zugenommen haben die Exporte bei der wichtigsten Kategorie, dem Hartkäse. Hier wurde ein Plus von 894 Tonnen auf 16'898 Tonnen registriert. Auch bei Frischkäse/Quark (+363 t oder +9.3% auf 4'283 t) wurde ein Wachstum erreicht. In den Kategorien Weichkäse (-51 t, -20.0%) und Halbhartkäse (-397 t oder -4.0 % auf 9'612 t) hingegen gingen die Ausfuhren im Vergleich zur Vorjahresperiode zurück.

Im ersten Halbjahr betrug der Erlös für die Schweizer Käsebranche (Milchbauern, Käser, Affineure, Handel) insgesamt 300.78 Millionen Franken. Der durchschnittliche Exportpreis betrug 8.69 Fr./kg (Grosshandelspreis).

Importe: Starke Zunahme im 2. Quartal

Die Importe haben um 15,4 Prozent auf 36'704 Tonnen zugenommen. «Während die Importe in den Monaten Januar und Februar noch stabil waren, stiegen sie von März bis Juni stark an», schreibt SCM. Die Steigerung um 4'890 t im ersten Halbjahr ist vor allem auf preisgünstigen Käse zurückzuführen. Denn es wurden lediglich 12.84 Mio. Fr. mehr ausgegeben. 

Der durchschnittliche Importpreis fiel um fast 60 Rappen auf 6.29 Fr./kg. Die wertmässige Zunahme der importierten Käse ist daher tiefer und liegt im ersten Halbjahr bei +5.8 %. Rund 82% der Importe stammen aus Italien (12‘937t, +1’553t), Deutschland (10‘024 t, +1'726 t) und Frankreich (6‘856 t, +634 t). Die grösste Zunahme (+720 t) weist die Produktegruppe «Andere Hartkäse» auf.

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