29.01.2016 13:21
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Käse
Käseexport: Erlöse sinken deutlich
Die Schweizer Käsebranche zieht eine durchzogene Bilanz für das Exportjahr 2015. Zwar wurde 0,3 Prozent mehr Käse ins Ausland geliefert, der Erlös nahm aber spürbar ab. Grund dafür sei der starke Franken gewesen. Die Einfuhren von Käse haben weiter zugenommen.

68'459 Tonnen Schweizer Käse wurden vergangenes Jahr ins Ausland exportiert, das sind 204 Tonnen mehr als im Vorjahr. Die Exporte zogen aber nur in Ländern ausserhalb der EU an. Innerhalb Europas sei die Aufhebung des Euro-Mindestkurses spürbar gewesen, teilte die Switzerland Cheese Marketing AG (SCM) am Freitag mit. Vielen ausländischen Anbietern war Schweizer Käse wohl zu teuer.

«Die Befürchtungen der Schweizer Käsewirtschaft haben sich bewahrheitet», schreibt SCM. Mit der Aufhebung der Milchkontingentierung und der Weiterführung des Russland-Embargos habe sich die Situation zusätzlich verschärft.

Erlöse sinken um 3,8 Prozent

Die Belege: Die Exporte in die EU nahmen um 1,5 Prozent ab; der Blick auf die Handelsbilanz zeigt eine wertmässige Abnahme der Exporte um 3,8 Prozent auf 613,7 Millionen Franken. Die durchschnittlichen Exportpreise sind gemäss SCM um -4.2% gesunken.

Von den 68‘349 Tonnen exportierten Schweizer Käsen sind 18.5 % Emmentaler AOP (12‘663t), 17.4% Le Gruyère AOP (11‘956t) und 7.3% Appenzeller (5‘022t). Meist exportierter Schweizer Käse bleibt der Emmentaler AOP, wenngleich die Exportmenge im Vergleich zur Vorjahresperiode um -1‘331t (-9.5%) zurückging.

Miserables Weihnachtsgeschäft

Die Exportentwicklung 2015 war im ersten Halbjahr 2015 von starken Schwankungen geprägt. Waren die Halbjahreszahlen mit +2‘009 Tonnen oder +6,7% noch positiv, zeigten die Exportzahlen im zweiten Halbjahr ein negatives Bild. Besonders die Dezemberzahlen, welche das wichtige Weihnachtsgeschäft beinhalten, waren sehr schlecht (-6.0% respektive -426t) im Vergleich zum Vorjahr.

Im stark umkämpften EU-Hauptmarkt seien «koordinierte Absatzförderungsmassnahmen für Schweizer Käse am Verkaufspunkt» deshalb wichtiger denn je, schreibt die SCM.

Exporte nach Übersee steigen - EU bleibt klare Nummer eins

Trotzdem bleibt Europa der wichtigste Handelspartner für Schweizer Käse. Vier von fünf Käsen gehen in die Schweizer Nachbarländer. Hauptabnehmer bleiben Deutschland (30‘892t, -0.1%), Italien (10‘332t, +2.8%) und Frankreich (4‘563t, -15.0%). Die Exporte nach Übersee nahmen um +1‘043t (+8.9%) auf total 12‘702t zu. Für den Gruyère AOP ist die USA zum wichtigsten Exportmarkt aufgestiegen.

Die Exporte nach Russland legten mengenmässig um 15.3% zu, verloren wertmässig aber um 15.2%. Insgesamt fliessen mengenmässig nur rund 2 Prozent nach Russland.

Importe: Menge nimmt zu, Wert ab

Weiter zugenommen haben  2015 die Importe. Sie legten mengenmässig um +2.9% zu. "Mit der Aufwertung des Schweizer Frankens ist der Importdruck zusätzlich angestiegen, da der starke Schweizer Franken die Käseimporte stark verbilligt hat", schreibt SCM.

Im 2015 wurde wertmässig 12% weniger importiert, aber mengenmässig stiegen die Importe um 2.9% (+1‘587t) auf 55‘432 Tonnen. Rund 85 Proeznt der Importe stammen aus Italien (19‘806t, -1.9%), Frankreich (14‘053t, +5.1%) und Deutschland (12‘768t,-3.0%). Besonders beliebt bleiben Frischkäse +649t (+3.2%), Weichkäse +463t (+4.1%), Halbhartkäse +573t (+6.4%) und Hartkäse +920t (+23.6%). Schmelzkäse blieb stabil mit +29t (+0.7%).

Verloren hat hingegen Extrahartkäse -1‘047t (-18.8%). Ein wichtiger Teil des Imports fliesst in die preissensible Nahrungsmittelindustrie, in die Grossgastronomie und in das Gastgewerbe.

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