13.05.2015 06:41
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Kartoffeln
Kartoffeln: Deutlich weniger Importe
Noch immer sind die Kartoffellagerbestände hoch. Die Abverkäufe werden aber gefördert, und die Importmengen sind klein.

Per Ende April lagen in der Schweiz noch knapp 47'000t Speise- und Verarbeitungskartoffeln am Lager. Das sind 8000 t mehr als im Schnitt der letzten fünf Jahre. Die Grossernte 2014 ist also nach wie vor spürbar. Es seien aber auch grosse Anstrengungen unternommen worden, um die Lager abzubauen, sagte Marcel Weder, Präsident der Produktgruppe Kartoffeln, am Dienstag an der GV von Swisscofel. «Der Trend zum sinkenden Konsum von Speisekaroffeln konnte zumindest kurzzeitig unterbrochen werden», so der Grosshändler.

Tatsächlich lag die abgesetzte Menge an Kartoffeln für den Frischkonsum im April mit 10'100t deutlich höher als in den letzten beiden Jahren. An den Aktionen der Detailhändler müssen sich auch die Packbetriebe finanziell beteiligen, was nicht alle freut. Gleichzeitig wurden diesen Frühling bisher weniger Kartoffeln importiert als in den Vorjahren. Bis am 3. Mai sind insgesamt 4744 t eingeführt worden (Stand 4. Mai). Vor einem Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 10'400 t. Nach dem Aufruhr mit den Raclette-Kartoffeln aus Holland, die die Migros Anfang Jahr verkaufte, kehrte etwas Ruhe ein in den Markt.

Bis vor Ostern wurde sehr wenig importiert. Dies beurteilt Ruedi Fischer, Präsident der Kartoffelproduzenten als positiv. Trotzdem wurde kürzlich noch ein Zusatzkontingent von 2000 t (zusätzlich zum Basiskontingent von 6500 t) bewilligt, welches bis am 12. Juni 2015 läuft, da sich der Start der Schweizer Frühkartoffelsaison im Vergleich zum Vorjahr etwas verzögert. Dieses werde aber nicht ausgeschöpft werden, sind sich Branchenkenner sicher.

Zu erwähnen ist auch, dass die Importkartoffeln heuer unter anderem aufgrund der Wechselkurssituation zu einem Preis von durchschnittlich 62 Rp./kg eingeführt werden. Das ist deutlich billiger als in den Vorjahren und dürfte mit ein Grund sein, weshalb sich die Verhandlungen um das mittlere Preisband schwierig gestalten und verzögern.

 

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