31.08.2015 16:38
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Kartoffeln
Kartoffeln: Richtpreise am oberen Preisband
2015 dürfte den Produzenten eine unterdurchschnittliche Kartoffelernte bescheren. Die extremen Wetterverhältnisse des Sommers schlagen durch. Die Richtpreise sind meist am oberen Preisband angesiedelt. Bei der Fritesorte Agria steigt der Preis nur marginal.

2015 wird ein unterdurchschnittliches Kartoffeljahr. Dies geht aus den 1048 repräsentativen Kartoffelmustern hervor, welche am 17. und 18. August von Vertretern der Produzenten, Handel, und Industrie in sämtlichen Regionen der Schweiz gegraben wurden. Sie dienen als Grundlage für die Ernteschätzungen.

Erträge 25 Prozent unter dem Durchschnitt

Und die Muster zeigen ein eindeutiges Bild. Die Kaliber sind sehr kleinfallend, der Racletteanteil dürfte hoch dementsprechend hoch ausfallen. Die äusseren und inneren Qualitäten werden als durchschnittlich bis gut eingestuft. Hauptmängel sind zu finden in der Form und beim Schorf.

Die Flächenerträge liegen mit durchschnittlich 269 kg Speisenanteil pro Are fast auf dem historischen Ertragstief von 2013 (262 kg/a). „Verglichen mit den letzten fünf Jahren liegen die diesjährigen Erträge 25 Prozent unter dem Durchschnitt“, betont die Branchenorganisation Swisspatat am Montag in einem Communiqué. Die generell hohen Stärkegehalte und die trockenen Böden mahnen zu Geduld und Vorsicht bei der Ernte, um Schlagschäden und Blaufleckigkeit zu vermeiden.

Zurückzuführen sind die tiefen Erträge auf die Witterungsverhältnisse. Im Frühling sorgten starke Niederschläge dazu, dass in einzelnen Parzellen die Erdäpfel erstickten. Die anhaltende Trockenheit und die Hitze bereiteten den Kartoffeln beim Wachstum Probleme.

Industriekartoffeln mit weniger hohen Preissteigerungen

Die tieferen Erträge und die stabile Nachfrage führen dazu, dass die Produzentenrichtpreise am oberen Preisband angesiedelt wurden. Für die Frischkonsum-Sorte Victoria wurden ein Preis von 47.70 Fr./100 kg vereinbart. Dieser liegt damit 6.35 Fr. höher als im vergangenen Jahr. Für die festkochenden Sorten Charlotte, Nicola, Ditta, Annabelle, Alexandra, Erika, Gourmandine und Venezia beläuft sich der Preis neu auf 52 Fr/100 kg. das sind 7.30 Fr. mehr als 2014.

Weniger hohe Preissteigerungen wurden bei den Industriekartoffeln vereinbart. Der Preis bei der bedeutendsten Fritesorte Agria steigt um 25 Rp./100 kg und liegt nun bei 43.10 Fr./100 kg. Der Richtpreis bei der wichtigen Chipssorte Lady Claire wurde  bei 44.15 Fr./100 kg veranschlagt. Das sind 2.50 Fr. mehr als 2014.

Weniger Produzenten und Fläche

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl Produzenten erneut ab. 2015 kultivierten noch 4‘700 Bauern Kartoffeln, das 269 weniger als 2014. Noch 2010 haben noch rund 6000 Bauern Erdäpfel gepflanzt. Vor 15 Jahren haben gar noch 12‘200 Bauern Kartoffel auf ihren Feldern angebaut. Gemäss Hochrechnungen hat die Kartoffelanbaufläche im 2015 gegenüber dem Vorjahr um knapp 350 ha abgenommen. Sie beträgt 10‘981 ha. Seit dem Jahr 2008 schwankt die Anbaufläche zwischen 10‘870 und 11.300 ha.

Der grösste Flächenrückgang 2015 ist bei den mehligkochenden Sorten zu verzeichnen (- 140 ha). Ebenfalls abgenommen haben die Flächen bei den festkochenden-, sowie den Frites und Chips-Sorten.

Bio-Kartoffeln: Preise steigen

Der Durchschnittsertrag über alle Sorten beträgt 192 kg Speiseanteil pro Are und ist damit 15.5% unter dem Fünfjahresmittel, was auf die schwierigen Witterungsbedingungen zurückzuführen ist, schreibt Swisspatat.

Die solide Nachfrage führt dazu, dass die Bio-Preise 2015 für die fest-
und mehligkochend Sorten um 4 Fr. erhöht wurden und auf 96.-/100 kg respektive 95.-/ 100 kg festgelegt wurden. Bei der Industrieware beläuft sich der Preis für Agria und Charlotte auf 81 Fr./100 kg (Vorjahr Fr. 76.-) und die übrigen Sorten auf 80.75 Fr./100 kg.

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