30.08.2013 17:16
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Kartoffeln
Kartoffelpreise steigen deutlich
Gemäss der Ernteschätzung vom 20. August erwartet uns eine Kleinsternte bei den Kartoffeln. Aufgrund dessen wurden die Produzentenpreise für die Ernte 2013 deutlich erhöht. Änderungen gab es auch bei den Kalibern.

Am 29. August legte Swisspatat die Produzentenpreise für die diesjährige Kartoffelernte fest. Die Kartoffelproduzenten können mit höheren Preisen rechnen. Die Preise liegen allesamt am oberen Rand des Preisbandes. Für Speisesorten werden zwischen Fr. 1.40 und Fr. 6.35 pro 100kg mehr bezahlt als im Vorjahr. Der Preis für Charlotte liegt bei Fr. 53.–/100kg, jener für Agria bei Fr. 44.10/100kg. Industriekartoffeln gelten zwischen 90 Rappen und Fr. 3.25 mehr pro 100kg. Für die wichtige Chipssorte Lady Claire gilt neu ein Preis von Fr. 45.15 pro 100kg. 

Ernte ein Viertel geringer

Grund für die markante Preiserhöhung ist die tiefe Ernteschätzung. Im Gegensatz zum Vorjahr, als knapp 450'000 Tonnen Kartoffeln geerntet wurden, werden heuer gemäss Suissepatat nur 340'000 Tonnen erwartet. Dies ist rund ein Viertel weniger. Die Kartoffelanbaufläche 2013 beträgt 10'940 ha, was einer geringen Zunahme von 65 ha gegenüber 2012 entspricht. Die Flächenerträge liegen momentan gemäss Ernteschätzung 32 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Kaliber seien sehr kleinfallend, teilt die Branchenorganisation mit. Um der kleinen Ernte Rechnung zu tragen, ist die Toleranz für Grössenabweichungen bei den Speisekartoffeln um 4 Prozent erhöht und das Kaliber bei den mehligkochenden Sorten von 70 auf 75 mm geöffnet worden.

Hauptmängel Unterkaliber und Formmängel

Im Gegensatz zum konventionellen Anbau liegen die Bruttoerträge bei den Biokartoffeln mit –19,4% etwas weniger stark unter dem Durchschnitt, da bereits die letztjährigen Erträge tief waren. Die nach wie vor steigende Nachfrage führt dazu, dass die Biopreise für Speiser auf Fr. 107.–/100 kg (Vorjahr Fr. 95.–) und für Industriesorten auf  Fr. 81.–/100 kg (Vorjahr Fr. 79.–) festgelegt wurden.
Die äussere und innere Qualität der ÖLN- und Biokartoffeln ist gemäss Ertragserhebung gut.

Als Hauptmängel wurden Unterkaliber und Formmängel festgestellt. Einige Posten seien vom Auskeimen betroffen. Diese sollten in Absprache mit dem Abnehmer sofort grün gegraben werden. Die generell hohen Stärkegehalte mahnen zur Vorsicht bei der Ernte, um Schlagschäden und Blaufleckigkeit zu vermeiden. Es bleibt die Hoffnung auf einen schönen Herbst, damit die späten Sorten noch etwas weiterwachsen und bei guten Bedingungen geerntet werden können.

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