30.12.2013 17:48
Quelle: schweizerbauer.ch -
Kommentar
Katastrophaler Labelmarkt – Hoffnung ruht auf Aktionen
Kurt Herzog, Vizepräsident von Swiss Beef Schweiz, äussert sich in einem Kommentar zur Marktlage auf den Schlachtviehmärkten.

Der Bankviehmarkt präsentiert sich aktuell sehr spannend. Für die grosse Zahl Verarbeitungskühe, die momentan geschlachtet werden, werden unterschiedliche Erklärungen gesucht. Ist es das schlechte Futter, das im ablaufenden Jahr geerntet wurde? Sind es fehlende Stallplätze für abkalbende Remonten, oder sind es die ersten Auswirkungen der AP 14–17 mit den fehlenden Raufutterbeiträgen?

Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Kuhschlachtungen im neuen Jahr zurückgehen werden. Die Preise konnten dank guter Nachfrage bei Fr. 6.90 gehalten werden. Die 350 Tonnen Kuhimporte scheinen verträglich für die aktuelle Situation. Wenn der Kuhbestand längere Zeit dermassen sinkt, wird nicht nur die Milch fehlen, sondern auch die Tränker werden für Kälber- und Grossviehmäster knapp werden. Wer noch gute Qualität sucht, wird dafür tiefer in die Tasche greifen müssen.

Beim Bankvieh zeigt sich ein anderes Bild. Saisonal sind die Schlachtungen höher. Bei den QM-Muni kann der Preis von 8.30 bis 8.40 Fr./kg knapp gehalten werden. Gastronomie und Hotellerie melden gute Reservationen. In diesem Segment scheint trotz kleiner Schlachtungen und fehlender Schlachttage über die Festtage der Markt aufnahmefähig.

Bei den Labeltieren sprechen Händler von einer katastrophalen Lage und fehlenden Bestellungen. Wenn hier der Markt sich ins neue Jahr hinein staut, werden die Schlachtgewichte sprunghaft ansteigen und sich der Rückstau verstärken. Es bleibt zu hoffen, dass die angesagten Aktionen im Januar den Markt beleben können und der Verkauf trotz Januar besser läuft.

Ungewiss ist auch, ob die Schlachtungen ins neue Jahr hinein verschoben werden, weil dann die Bemessungsperiode für die neue 40%-Zuteilung der Importe beginnt. Die 125 Tonnen Nierstücke-Importfreigabe ist festtagsbedingt vertretbar.

Bei den Bankkälbern konnten sich die Preise knapp halten. Angebot und Nachfrage halten sich die Waage. Die Nachfrage wird jedoch sinken, und man ist gespannt, wie die Kälbermärkte sich auf die neue Situation einstellen können. Der Lammmarkt nimmt seinen Lauf. Die Schweizer, oder die Schweizer Bevölkerung, sind Spezialstücke-Esser. Was bedeutet, dass der Inlandmarkt eher zurückgeht und die Importe steigen.

 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE