19.10.2018 15:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fleischmarkt
Keine Kuhfleischimporte
Die Fleischbranche verzichtet auf einen Importantrag für Verarbeitungsfleisch. Dies hat der Verwaltungsrat der Proviande anlässlich der Vorstandssitzung beschlossen.

Im Vorfeld dieser Sitzung befürchteten die Produzenten, dass die Fleischbranche den Import von Kuhhälften beantragen könnte. In den vergangenen zwei Wochen jedoch sind die Preise für Verarbeitungsfleisch gesunken um 40 Rappen je Kilo Schlachtgewicht (SG) gesunken. Aktuell steht der Richtpreis noch bei 7.40 Fr/kg SG (-10 Rp. gegenüber der Vorwoche) für die Fleischigkeit T3. Hätte sich die Branche auf Importe einigen können, wären die Preise weiter ins Rutschen geraten.

Einerseits, weil Bauern auf Futtermangel weiter Kühe auf die Schlachtbank führen. Und andererseits, weil Bauern nun trächtige Rinder, die auf den Alpen gesömmert haben, einstallen müssen. Zuerst müssen sie aber für diese Tiere Platz schaffen.

Offenbar hat der Verwaltungsrat der Proviande diesen Umstand stark gewichtet. Wie Markus Zemp, Präsident des Verwaltungsrates, gegenüber schweizerbauer.ch sagt, wurde kein Gesuch für Kuhfleisch-Importe eingereicht. Deshalb wurde auch nicht abgestimmt. Der Verwaltungsrat der Proviande besteht aus 6 Produzentenvertreter und 6 Vertreter des Handels und der Verarbeiter. Damit ein Importantrag zustande kommt, muss die Mehrheit des VR zustimmen. Findet sich keine Mehrheit, hat der Präsident Markus Zemp den Stichentscheid. Händler sagen gegenüber schweizerbauer.ch, dass Kühe bald gesucht seien, da keine Import bewilligt worden seien.

Bei der letzten Sitzung Ende September wurden 700 Tonnen Verarbeitungsfleisch bewilligt. Und exakt vor einem Jahr wurden 1100 Tonnen Einfuhren bewilligt. Beim Bankvieh hingegen wurden am Freitag Import-Anträge an das Bundesamt für Landwirtschaft gestellt. Es handelt sich hierbei um 725 Tonnen Nierstücke/High-Quality-Beef. Diese Edelstücke seien für das Weihnachtsgeschäft bestimmt, so Zemp zu schweizerbauer.ch.

Den Preisabschlag von 10 Rp. bei den Kühen auf 7.40 Fr. pro kg SG wird nicht von allen Verarbeitern gutgeheissen, schreibt der Schweizer Bauernverband in seinem Marktbericht. Zwischen den Verarbeitern gibt es grosse Preisspannen. Genannt wurden 7.00-7.40 Fr. pro kg SG für T3 wie auch 7.40-7.60 Fr. Fakt ist, dass Kühe gebraucht werden und bereits für die Hackfleischsaison im Januar vorbereitet wird. Das Angebot ist gut und entspricht der Jahreszeit. Die Coop-Tochter Bell bezahlt für T3 zwischen 7.20 bis 7.40 Fr. Die Migros-Tochter Micarna hat eine Preisspanne von 7.30 bis 7.60 Fr.

 

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