14.05.2016 12:57
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milch
Kieler Rohstoffwert - Keine weiteren Abschläge
Der Absturz des Kieler Rohstoffwertes für Milch ist im April vorerst zum Stillstand gekommen, allerdings auf sehr niedrigem Niveau.

Wie aus Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) hervorgeht, lag der anhand der Verwertungsmöglichkeiten über Butter und Magermilchpulver kalkulierte Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß zuletzt bei 20,0 Cent (22 Rp./kg) und damit um 0,2 Cent höher als im März. Im Vorjahresvergleich ist allerdings ein Minus von 7,6 Cent/kg beziehungsweise 27,5 % festzustellen.

Die moderate Befestigung des Rohstoffwertes im April wurde durch den leichten Preisanstieg am Milchpulvermarkt möglich: Für 100 kg Magermilchpulver erlösten die Hersteller im Berichtsmonat durchschnittlich 150,50 Euro; das waren 1,50 Euro oder 1,0 % mehr als im März. Umgerechnet auf die in der Pulverherstellung eingesetzte Milch ergab sich damit eine um 0,2 Cent/kg auf 11,2 Cent/kg verbesserte Verwertung. Am Fettmarkt verharrten dagegen die Preise auf niedrigem Niveau. Die durchschnittliche Butternotierung lag im Vergleich zum März unverändert bei 243,50 Euro/100 kg. Die Verwertung der eingesetzten Rohmilch über die Fettkomponente lag damit stabil bei 10,2 Cent/kg. Werden beide Wertkomponenten zusammen betrachtet, belief sich der Milchwert frei Rampe Molkerei im April auf 21,4 Cent/kg; nach Abzug der unterstellten Erfassungskosten von 1,4 Cent/kg hatte die Milch auf Erzeugerstufe theoretisch einen Wert von 20,0 Cent/kg.

Nicht berücksichtigt sind in den Kalkulationen der ife jedoch Verkaufserlöse für Käse oder Frischmilchprodukte sowie Preise von längerfristigen Lieferkontrakten, weshalb der Rohstoffwert nicht dem Auszahlungspreis einer Molkerei entspricht. Dieser lag nach vorläufigen Daten der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) im März für konventionell erzeugte Kuhmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Bundesmittel bei 25,8 Cent/kg. Den Bonner Marktbeobachtern zufolge ist in den Folgemonaten mit weiteren Abschlägen zu rechnen, so dass der Abstand zum historischen Tiefpreis von 22,68 Cent/kg im Juli 2009 weiter abnehmen dürfte.

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