9.12.2015 11:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Agrochemie
Kommt es zur Megafusion?
Die Aktien des Basler Agrochemie-Konzerns Syngenta haben am Mittwoch in einem schwachen Gesamtmarkt deutlich zugelegt. Befeuert wurde die Nachfrage durch frisch entfachte Übernahmespekulationen in der Branche.

Um 10.45 Uhr standen die Syngenta-Titel an der Schweizer Börse um 1,4 Prozent höher. Der Gesamtmarkt (SMI) verlor derweil 0,72 Prozent. Zwischenzeitlich legten die Syngenta-Titel gar um 3 Prozent zu. Die Nachfrage wurde angeheizt durch Medienberichte, wonach sich die beiden US-Chemiekonzerne Dow Chemical und DuPont in fortgeschrittenen Fusionsgesprächen befänden.

Agrarchemiebranche unter Druck

Das wiederum entfachte die Vermutung, dass sich Syngenta und Monsanto als Reaktion darauf doch noch zusammentun könnten. Ende August hatte der US-Genpflanzen- und Saatgut-Produzent Monsanto ein 47 Mrd. Dollar schweres Angebot für Syngenta nach hartnäckigem Widerstand des Managements der Basler zurückgezogen.

Syngenta hatte allerdings vor kurzem mitgeteilt, sich gut eine Partnerschaft mit DuPont vorstellen zu können. Die Agrarchemiebranche steht angesichts fallender Getreidepreise unter Druck und leidet unter schwächelnden Geschäften in Lateinamerika.

Dow-DuPont-Zusammenschluss - ein Branchengigant

Ein Merger zwischen Dow und DuPont wäre eine Hochzeit der Superlative: Die Unternehmen haben einen Börsenwert von jeweils rund 60 Mrd. Dollar und es würde ein Branchengigant mit über 90 Mrd. Dollar Umsatz entstehen. Dow Chemical und DuPont wollten sich nicht zu möglichen Fusionsplänen äussern.

Laut «Wall Street Journal» könnte der Deal bereits in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden. Nach dem Zusammengehen dürfte das Unternehmen allerdings aus kartellrechtlichen Gründen in zwei oder drei Teile aufgespalten werden. Noch ist der Abschluss aber nicht sicher.

Mitbewerber wären unter Zugzwang

Eine kombinierte Dow/DuPont würde mit einem Marktanteil von 16 Prozent zum drittgrössten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln aufsteigen, meinen Analysten von Helvea Baader. Darüber hinaus würden sie in den USA im Saatgutgeschäft bei Mais auf einen Marktanteil von 40 Prozent kommen und bei Soja auf einen von 37 Prozent.

Ein derart starker Player dürfte die Mitbewerber unter Zugzwang setzen. Der Handlungsbedarf für wertsteigernde Massnahmen bei Syngenta steige dadurch, stellten Analysten der Zürcher Kantonalbank fest. In der Folge könnte auch Monsanto wieder eine Übernahmeofferte für Syngenta lancieren, wird im Handel spekuliert.

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