23.08.2016 16:45
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fleischmarkt
Kühe: Ausspielen der Marktmacht verurteilt
Nationalräte und Viehzuchtvertreter haben vergangene Woche zu einem Lieferboykott für Schlachtkühe aufgerufen. Grund war ein massiver Preiszerfall und weitere Importgelüste. Die Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) verurteilt das Ausspielen der Marktmacht durch den Handel auf Schärfste.

Die Preise bei den Schlachtkühen stiegen im Sommer auf Rekordhöhe. Für einige Verarbeiter stiegen die Preise zu hoch. Sie setzten Druck auf. Obwohl es keinen Überhang an Schlachtkühen auf dem Markt gab, wurden die Preise seit Ende Juli um 1.40 Fr./kg Schlachtgewicht gesenkt. Im August wurden aber 800 Tonnen Kuhfleischimprte (3000 Tiere) durchgewunken.

Nationalräte und Viehzuchtvertreter riefen in der Folge zu einem Lieferboykott auf. Schlachtkühe sollen die nächsten vier Wochen zurückgehalten werden, teilten sie mittels einem Rund-SMS mit. Nur bei Tieren, wo es nicht anders gehe, sollen geliefert werden, hiess es weiter. Auch der Schweizer Bauernverband verurteilte den Abschlag seitens der Verarbeiter.

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter beobachtet die aktuelle Entwicklung mit grosser Beunruhigung. „Die Rufe nach mehr Import und die grossen Preisabschläge der letzten Tage sind mit Blick auf die stabilen Bestände und saisonale Angebot an Tieren absolut nicht gerechtfertigt“, betont die ASR am Dienstag in einem Communiqué. „Die ASR verurteilt dieses Ausspielen der Marktmacht auf das Schärfste“, heisst es weiter.

Kommenden Freitag entscheidet der Proviande-Verwaltungsrat über weitere Importe. Dabei haben es die Vertreter der Bauern in der Hand, neue Importe zu verhindern: Kurt Herzog, Bernard Nicod, Jörg Oberle, Christian Oberli, Martin Rufer und Claus Ullmann können ein Patt herbeiführen. Präsident Markus Zemp kann mit Stichentscheid den Import verhindern.

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