14.02.2017 08:34
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Bigler
Fleisch
Kühe teilen auf Online-Plattform
Auf kuhteilen.ch können Konsumenten einen Teil eines Rindes, Schweins oder Lamms reservieren. Das Tier wird erst geschlachtet, wenn 100 Prozent davon aufgeteilt sind. Das Konzept hat Erfolg.

Nose-to-tail und Food Waste sind Schlagwörter der Stunde. Die ganzheitliche Verwertung eines Tieres und die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung liegen im Trend. Immer mehr Konsumenten achten beim Fleischkauf auch auf Weide- und Mutterkuhhaltung – wenn möglich vom Biohof. Und das Ganze sollte bequem per Internet bestellt und an die Haustüre geliefert werden. All diese Anforderungen erfüllt das Konzept von «Kuhteilen».

Zurzeit wird «Hatzi» geteilt


Auf der Homepage www.kuhteilen.ch können Mischpakete zu 4 oder 8 Kilo eines Rindes vorbestellt werden. Dabei handelt es sich nicht um irgendein Rind sondern um genau das Rind, das da vorgestellt wird. Aktuell ist es zum Beispiel das Simmentaler-Bio-Weiderind «Hatzi» mit der Ohrmarken-Nummer: CH 120.1213.6930.4. Am vergangenen Donnerstagabend waren 42% dieses Rindes verkauft.

«Wir versenden die Pakete erst, wenn das Rind komplett verkauft ist und das Fleisch während mindestens 26 Tagen abgehangen hat», erklärt Moritz Maier. Der Ingenieur aus Boll BE ist Mitinitiant des Projektes, das er 2014 zusammen mit Xavier Thoné, einem belgischen Chefkoch, startete. Die Mischpakete beinhalten Edelstücke wie auch Siedfleisch, Ragout, Geschnetzeltes, Würste und Hackfleisch. Organfleisch oder Knochen können separat als «Nose-to-tail»-Stücke bestellt werden. «In der Regel können wir wirklich alles Verwertbare des Tieres verkaufen», so Maier. 

Ein Rind pro Woche

Die beiden «Gourmets und Liebhaber von natürlichen und frischen Produkten aus der Region», wie sie sich auf der Homepage vorstellen, arbeiten mit verschiedenen Landwirten zusammen. «Vom grossen Bio-Betrieb bis zum kleinen Pro-Specie-Rara-Arche-Hof ist alles dabei.» Die Tiere würden in kleinen, regionalen Schlachthöfen, maximal 20 Minuten vom Hof entfernt, geschlachtet. Der Produzentenpreis liege «über dem Markt», sagt Maier. Es gebe mit jedem Bauern eine individuelle Vereinbarung. Die Vermarktung übernimmt die Kuhteilen Beef GmbH.

Die Zahl der «Kuhteiler» nehme erfreulicherweise zu. «Derzeit teilen wir etwa ein Rind pro Woche», sagt der Geschäftsführer. «Dazu benötigen wir zwischen 20 und 50 Kunden.» Die meisten davon würden regelmässig Fleisch auf diesem Wege bestellen. Neben Rindern bietet die Plattform übrigens auch Bio-Freilandschweine, Wollschweine und Engadiner Lämmer zum Teilen an. 

 

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