17.07.2018 08:39
Quelle: schweizerbauer.ch - awp/blu
Fleischmarkt
Laborfleisch: Bell investiert
Der Nahrungsmittelverarbeiter Bell steigt in das Segment «kultiviertes Fleisch» ein. Dabei handelt es sich um Fleisch, das nicht von geschlachteten Tieren stammt, sondern aus Zellen gezüchtet wird. Konkret übernimmt Bell eine Beteiligung am holländischen Start-up-Unternehmen Mosa Meat.

Bell beteilig sich mit 2 Millionen Euro an der nächsten Finanzierungsrunde. Das Unternehmen mit Sitz im niederländischen Maastricht ist auf die Herstellung von «kultiviertem Rindfleisch» spezialisiert. 

Bis 2021 Marktreife

Mit der Technologie von Mosa Meat wird direkt aus tierischen Zellen Rindfleisch quasi gezüchtet. Nach Abschluss der ersten Forschungsperiode konzentriert sich das Unternehmen von Professor Mark Post von der Universität Maastricht nun auf die Entwicklung von ersten kommerziellen Produkten. Das Ziel von Mosa Meat sei es, in der nächsten Forschungsperiode bis 2021 dieses kultivierte Rindfleisch zur Marktreife zu bringen, teilt Bell am Dienstag mit.

Gemäss Berechnungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird die weltweite Nachfrage nach Fleisch bis 2050 um 70 Prozent ansteigen. "Diese Zunahme wird nicht mehr alleine durch die bestehenden Produktionsmethoden nachhaltig gedeckt werden können", schreibt Bell. Mit der Beteiligung bei Mosa Meat will die Coop-Tochter langfristig die Entwicklung neuer Produktionsmethoden unterstützen, die eine mögliche Alternative für jene Konsumenten bieten, die aus ethischen Gründen ihren Fleischkonsum hinterfragen.

Zu früh für Kunstfleisch-Produkte

An der neuen Finanzierungsrunde über insgesamt 7,5 Millionen Euro hat neben Bell auch eine Beteiligungsgesellschaft des Chemiekonzerns Merck teilgenommen.

Bell wolle Mosa Meat dabei auch mit ihrer Kompetenz und ihrem Know-how unterstützen, sagte ein Bell-Sprecher auf Anfrage der AWP. Allerdings sei es noch zu früh für Überlegungen zu möglichen Bell-Produkten auf Basis dieser Technologie. «Es geht es in den nächsten Jahren darum, das Verfahren für eine grossangelegte Produktion zu marktfähigen Preisen weiterzuentwickeln.»

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