4.03.2019 18:18
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
«Leicht höherer Milchpreis»
Die Migros Aare gab am Montag bekannt, dass sie ab November 2019 eine A2-Milch ins Sortiment aufnehmen wird. Gegenüber schweizerbauer.ch führte die Detailhändlerin aus, was das für die Bauern heisst.

In einigen Ländern ist die A-Milch bereits am Markt etabliert. In Neuseeland, Irland, Australien oder Grossbritannien ist diese Milch gesucht. Händler kaufen diese auf und verkaufen sie hochpreisig. So werden in Australien bereits acht Prozent reine A2-Milch abgesetzt.

Nur als Past-Milch

Das Produkt verspricht für den Detailhandel eine gute Marge. Umso mehr, als dass die A2-Milch als verträglicher gilt. Das Beta-Kasein A2 in der Kuhmilch entspricht dem ursprünglichen Typ und ist für viele Konsumenten bekömmlicher als der Typ A1, welcher durch eine Mutation entstanden ist. Das Max-Rubner-Institut hat aber keine bessere Verträglichkeit von A2-Milch feststellen können.

In der Schweiz verspricht sich die Aaremilch einiges von der A2-Milch. Nestlé hat dieser Milch eine Absage erteilt, nun springt die Migros Aare ein. Kommenden Winter gibt es solche Milch in den Läden zu kaufen. Abgefüllt wird die Milch in der neuen Käserei der Aaremilch in Diemtigen BE. Weil die A2-Urmilch eine Frischmilch ist, wird es diese nur als Past-Milch zu kaufen geben.

IP-Suisse-Mitgliedschaft nicht erforderlich

Welche Mengen will die Migros verkaufen und kann der Milchproduzenten mit einem höheren Preis rechnen. schweizerbauer.ch hat bei der Migros Aare nachgefragt. Weshalb hat die Migros Aare überhaupt eine A2-Milch ins Sortiment aufgenommen? «In den letzten Jahren hat sich ein Markt für alternative Kuhmilchprodukte entwickelt. Die A2-Urmilch ist ein regionales Produkt, das im Diemtigtal verarbeitet wird und genetisch der ursprünglichen Milch entspricht», sagt Sprecherin Andrea Bauern.

Insgesamt werden 12 Betriebe am Projekt A2-Milch teilnehmen. «Die Zusammenarbeit entstand im Rahmen der neuen Abfüllanlage im Diemtigtal», erklärt Bauer. Sind diese Bauern, wie bei der Wiesenmilch, Mitglied von IP-Suisse? «Nein. Aber eine nachhaltige Produktion von A2-Urmilch ist eine Grundvoraussetzung. Dies beinhaltet die Förderung des Tierwohls, eine artgerechte Fütterung sowie eine faire Partnerschaft mit den Produzenten», so Bauer.

Genauer Zuschlag noch nicht definiert

Die Bauern haben die gesamte Herde auf A2-Milch umgestellt. Und profitieren die Bauern von einem höheren Milchpreis? «Ja, sie dürfen mit einem leicht höheren Milchpreis rechnen», so die Antwort der Mediensprecherin. Was heisst konkret «leicht höherer Milchpreis»? Liegt der Aufschlag zwischen 1 und 4 Rappen, oder fällt der Zuschlag höher aus? Die Migros Aare weicht auf Nachfrage aus. «Derzeit laufen noch Verhandlungen», fasst sich Bauer kurz.

Und welche Mengen werden angestrebt? «Wir werden in unserem Wirtschaftsgebiet mit einer kleinen Menge starten und den Verkauf laufend steigern. Je nach Kundenbedürfnis rechnen wir mit Mengen analog unserer Spezialmilchen», fährt Bauer fort. Als Spezialmilch in der Migros gelten unter anderem Schafmilch, laktosefreie Milch oder Proteinmilch.

Testphase

Die Migros Aare will zuerst testen, wie sich die A2-Milch verkauft. Dazu wird diese in ausgewählten Filialen angeboten. Wo genau? «Wir werden die Milch in solchen Filialen anbieten, die dieses Kundenbedürfnis eher abdecken», so Bauer verklausuliert. Da es sich um ein eher hochpreisiges Lifestyle-Produkt handelt, dürfte das Absatzgebiet eher in städtischen Gebieten anzusiedeln sein.

Wie lange die Testphase dauern wird, ist noch nicht definiert. «Wir werden die Entwicklung laufend genau beobachten und analysieren», sagt Andrea Bauer zu schweizerbauer.ch.

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