4.01.2017 16:24
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Detailhandel
Licht am Ende des Tunnels
Der Schweizer Detailhandel hat nach einem miserablen 2015 auch ein schlechtes Geschäftsjahr 2016 durchlaufen. Die Branchenumsätze glitten im vergangenen Jahr nochmals um 1,0 Prozent zurück, nachdem sie 2015 bereits um 0,4 Prozent gesunken waren. Doch Experten sehen mittlerweile Licht am Ende des Tunnels.

Schweizer Händler erlebten 2016 erneut ein herausforderndes Jahr. So umschrieben die Experten der Grossbank Credit Suisse (CS) zusammen mit dem Beratungsunternehmen Fuhrer & Hotz die Lage in der Branche. Gemäss ihrer neuesten Studie zum Detailhandel, die am Mittwoch vor den Medien präsentiert wurde, darf man sogar von einem historisch schlechten Jahr sprechen.

Non-Food-Segment stark betroffen

Insgesamt verfehlten rund 54 Prozent der Händler im abgelaufenen Geschäftsjahr ihr Budget teilweise oder markant, sagte Mitautor der Studie, Martin Hotz, vor den Medien. Besonders negativ lief es 2016 im Non-Food-Segment. Dort traf es vor allem die Bekleidungs- und Schuhhändler, deren Umsätze um 7,8 Prozent einbrachen. 2015 waren die Einnahmen in diesem Bereich bereits um 4,1 Prozent zurückgegangen.

Als Hauptgründe für diese Negativentwicklungen gaben die CS-Ökonomen die noch getrübte Konsumentenstimmung, die verhaltene Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie den anhaltenden Einkaufstourismus an.

Einkaufstourismus

Doch es gibt Lichtblicke für die Branche und die Abwärtsdynamik verlangsamte sich in einigen Segmenten sogar merklich. So legten 2016 etwa die Umsätze im Nahrungsmittelbereich um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Dieses Segment macht immerhin rund die Hälfte der Einnahmen im Schweizer Detailhandel aus.

Zudem stabilisierte sich der Einkaufstourismus und nahm 2016 nicht mehr zu. Im Gegenteil - die Einkäufe der Schweizer Bevölkerung jenseits der Landesgrenzen sanken den Schätzungen zufolge sogar um 6,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Dazu habe auch der relativ stabile Euro-Franken-Wechselkurs beigetragen, sagte Sascha Juncker von der CS.

Das Schlimmste vorbei

Und schliesslich dürfte auch das Bevölkerungswachstum künftig wieder seinen angestammten Betrag für Mehrumsatz im Schweizer Detailhandel leisten. Für 2017 gehen die Ökonomen der Grossbank nicht mehr von einem Rückgang der Einnahmen aus, sondern rechnen mit einer Stagnation. Dies komme nach den schwachen Vorjahren einer Stabilisierung gleich, sagte Juncker.

Die Experten sind trotz des anhaltenden Preisdrucks so zuversichtlich, weil die Konsumentenstimmung konstant bleiben dürfte und auch die Schweizer Wohnbevölkerung weiter zulegt. Gemäss der Studie rechnen rund 60 Prozent der Händler mittlerweile mit einem Umsatzplus im Jahr 2017.

Interneteinkäufe boomen


Allerdings werden sich in diesem Jahr auch zwei Branchentrends fortsetzen. Einerseits verringert sich die Verkaufsfläche im stationären Handel zusehends. So geht bereits jeder fünfte Anbieter davon aus, dass er in diesem Jahr seine Verkaufsfläche reduzieren muss. Noch 2011 rechnete niemand mit einer Reduktion seiner Ladenfläche.

Und andererseits dürfte der Onlinehandel ungebremst zulegen. Die CS-Experten schätzen, dass sich der Umsatzanteil von E-Commerce an den gesamten Brancheneinnahmen in den kommenden fünf Jahren auf 10 Prozent verdoppelt. Einen besonderen Aufschwung soll dabei der Onlinehandel von Nahrungs- und Genussmitteln erfahren.

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