20.02.2017 12:16
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Lebensmittel
Lidl steigert Lebensmittelexporte
Lidl Schweiz exportiert seit einigen Jahren Lebensmittel von Schweizer Herstellern in andere Lidl-Ländergruppen. Im vergangenen Jahr legten die Exporte um 9 Prozent zu. Das mengenmässig wichtigste Produkt ist Käse.

Der deutsche Discounter Lidl betreibt in Europa über 10'000 Filialen. In 26 Ländern ist das Unternehmen präsent. Von diesem grossen Verteilnetz konnten auch die Hersteller von Schweizer Lebensmitteln profitieren.

Käse mehr als die Hälfte

Insgesamt haben 14 hiesige Produzenten Lebensmittel in den europäischen Lidl-Kanal liefern können. 2016 wurden 2'950 Tonnen ausgeführt, das waren 9 Prozent oder 240 Tonnen mehr als im Jahr zuvor. «Dies obwohl der Schweizer Franken nach wie vor hoch bewertet ist», schreibt Lidl Schweiz am Montag in einem Communiqué. Die Mengenentwicklung ist eindrucksvoll. Wurden 2010 rund 70 Tonnen Schweizer Lebensmittel von Lidl ausgeführt, so stieg die Menge im Jahr 2013 auf 700 Tonnen. Im Jahr 2014 «explodierten» die Ausfuhren regelrecht. Sie stiegen auf 2100 Tonnen.

Das wichtigste Exportprodukt war mit 1'576 Tonnen der Käse. Dieser machte mehr als die Hälfte (53,4 Prozent) aus. Neben Käse wurden auch Rösti, Fertigsaucen, Trockenfleisch und Süssgebäcke ausgeführt. «Insgesamt wurden 2016 rund 57 Tonnen Fleisch- und Wurstwaren exportiert», sagt Lidl-Sprecherin Corina Milz auf Anfrage von schweizerbauer.ch.

Trockenfleisch aus dem Ausland

Das Trockenfleisch wird im Kanton Graubünden verarbeitet. Dieses stammt aus dem Ausland. Anders sieht es bei der Rösti aus. «Diese wird je nach Verfügbarkeit mit Schweizer Kartoffeln hergestellt. Bei Engpässen muss aber auf Importkartoffeln zurückgegriffen werden», so Milz. 2016 wurden insgesamt 1'314 Tonnen Sortiment ausgeführt.

Grösster Abnehmer von Schweizer Produkten war Lidl Deutschland. Knapp 73 Prozent entfiel auf diese Ländergesellschaft. Zweitwichtigster Markt war Frankreich (375 t oder 12,7%), Rang drei ging an Belgien (115 t oder 4%). «Wir freuen uns, dass wir unseren Schweizer Lieferanten auch dieses Jahr zusätzliche Absatzkanäle öffnen konnten», lässt sich der Leiter Einkauf von Lidl Schweiz, Reto Ruch, zitieren.

2017 noch nicht absehbar


«Wie sich die Exporte in diesem Jahr entwickeln werden, ist derzeit noch nicht absehbar», hält die Sprecherin gegenüber schweizerbauer.ch fest. Der Frankenkurs habe weiterhin einen starken Einfluss auf die Exporte.

Lidl eröffnete 2009 die ersten Filialen in der Schweiz. Mittlerweile betreibt das Unternehmen über 100 Läden, weitere sollen in den kommenden Jahren folgen. In Weinfelden (TG) und Sévaz (FR) betreibt Lidl Schweiz Verteilzentralen. Im vergangen Jahr dürfte der Schweizer Ableger des deutschen Discounters über 900 Millionen Franken Umsatz generiert haben. Derzeit werden über 3000 Mitarbeiter beschäftigt.

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