17.07.2014 10:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Freiburg
Lidl: Vorschriften für Verteilzentrum gelockert
Die Freiburger Gemeinde Sévaz kommt dem Grossverteiler Lidl entgegen, der auf Gemeindegebiet ein grosses Logistik- und Verteilzentrum baut. Sévaz ist bereit, täglich 360 Camiontransporte auf der Zufahrtsstrasse zu dulden - statt wie geplant 240.

Zudem sollen die Maximalzahl der Nachtfahrten von 12 auf 60 Lastwagenfahrten erhöht werden, wie der Gemeinderat am Mittwochabend mitteilte.

Pflicht für Bahnanschluss

Im Gegenzug soll der Grossverteiler verpflichtet werden, einen Gleis-Anschluss an die Bahnlinie Estavayer-le-Lac FR und Payerne VD zu bauen, sobald die SBB die Linie modernisiert hat und sofern «die Investition tragbar ist», wie die Gemeinde schreibt. Zudem soll Lidl einen Mobilitätsplan erarbeiten und den Behörden zur Genehmigung unterbreiten.

Gegen die befürchtete Lastwagen-Lawine wehren sich Anwohner, die bereits im Vorfeld rund 40 Beschwerden eingereicht haben. Deshalb dürfte der definitive Entscheid bei den Freiburger Kantonsbehörden liegen.

Gegner sprechen von «Zynismus»

Die Gegner des Mehrverkehrs reagierten enttäuscht auf den Gemeinderatsentscheid. Sie bedauern den «Verlust an Lebensqualität» und bezichtigen den Gemeinderat des «Zynismus», wie es in einem Communiqué heisst.

Lidl hat im Oktober 2013 mit dem Bau des neuen Vertriebs- und Logistikzentrums begonnen. Dafür will der Discounter rund 80 Millionen Franken investieren. In Sévaz sollen rund 150 bis 200 Arbeitsplätze entstehen. Die Bauarbeiten sollen im Frühling 2015 abgeschlossen sein.

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