14.09.2016 13:41
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Agrochemie
Megadeal: Bayer übernimmt Monsanto
Chemiekonzern Bayer ist am Ziel. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Deutschen übernimmen den Saatguthersteller Monsanto. Das deutsche Unternehmen zahlt 128 Dollar je Aktie, damit wird Monsanto mit 66 Milliarden Dollar bewertet. Bayer wird durch den Zukauf zum weltgrössten Anbieter von Agrarchemie.

Der deutsche Chemiekonzern Bayer kauft den US-Saatguthersteller Monsanto für knapp 66 Milliarden Dollar. Der Pharma- und Chemiekonzern zahle 128 Dollar je Monsanto-Aktie, teilte Bayer am Mittwoch mit. Der Handel bedeutet einen Rekord. Gemäss Reuters ist es die grösste Übernahme durch einen deutschen Konzern bisher. Gemäss der Finanzagentur Bloomberg ist es der weltweit zweitgrößte Firmenkauf jemals, der durch Bargeld finanziert werden soll.

Bayer besserte Offerte nach

Bayer hat in den Verhandlungen seine Offerte mehrmals erhöht. Gestartet war das Unternehmen im Mai mit 122 Dollar je Anteilsschein. Die letzte Aufstockung auf 127,50 Dollar ermöglichte Bayer Insidern zufolge einen vertieften Blick in die Bücher von Monsanto. Der US-Konzern hatte damit lange gezögert.

Den Angaben zufolge beschlossen der Monsanto-Verwaltungsrat sowie Vorstand und Verwaltungsrat von Bayer das Vorhaben einstimmig. Nun müssen noch die Monsanto-Aktionäre zustimmen sowie die zuständigen Kartellbehörden.

20 Milliarden Eigenkapital

Der Abschluss des Geschäfts werde für Ende kommenden Jahres erwartet, erklärte Bayer. Sollte es an den Kartellbehörden scheitern, werde Bayer Monsanto zwei Milliarden Dollar zahlen. Der deutsche Konzern will das Geschäft mit einer Mischung aus Eigen- und Fremdkapital finanzieren. Der Eigenkapitalanteil solle rund 19 Milliarden Dollar betragen, erklärte Bayer.

Für die weitere Finanzierung werde mit mehreren Grossbanken zusammengearbeitet. Von der Fusion erhofft sich Bayer Einsparungen von jährlich 1,5 Milliarden Dollar ab dem dritten Jah

Trotz Turbulenzen gute Aussichten


Bayer hegt mit dem Kauf hohe Ambitionen. Die Belieferung der Landwirtschaft mit Pflanzenschutzmitteln ist ein lukratives Geschäft: Die UN rechnen bis 2050 mit einem Anstieg der Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen. Eine höhere Nachfrage nach Lebensmitteln dürfte auch bei den Anbietern von Pflanzenschutzmitteln die Umsätze steigen lassen. Für 2025 rechnet Bayer mit einem Markt für Pflanzenschutz und Saatgut von 120 Milliarden Euro, 35 Milliarden Euro mehr als 2015.

Mit der Zukauf von Monsanto will Bayer verhindern, von Konkurrenten aus der Branche überholt zu werden. Die Branche ist momentan im Umbau. Die amerikanischen Konzerne Dupont und Dow-Chemical wollen fusionieren, Chem China bietet für Syngenta. Am Ende könnten nur noch drei Anbieter auf dem Markt übrig bleiben, sagen Experten.

Das globale Geschäft rund um Saatgut und Pflanzenschutzmittel steht vor gewaltigen Umwälzungen. Es steht wegen niedriger Getreidepreise, den Turbulenzen in den Schwellenländern und der Rezession in Brasilien seit einiger Zeit unter erheblichem Druck.
Um die Marge zu erhöhen, versuchen Chemieunternehmen die Kosten zu senken. Fusionen, die Synergien bringen, helfen dabei.

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